Sieben Katzen aus Messiewohnung gerettet
Animal Hoarding Fall in Brandenburg
Die Halterin musste wegen gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus. Schon eine lange Zeit konnte sie sich nicht mehr um sich und ihre Katzen kümmern. Nun wurde das ganze Elend bemerkt und dem zuständigen Veterinäramt mitgeteilt. Die unkastrierten Katzen lebten in Müll und Unrat, überall lag Kot, und es stank nach Urin und verdorbenen Lebensmitteln. Zwei tote und fast vollständig verweste Katzen lagen in Weidenkörbchen. Ihre Körper waren voller Schmeißfliegen-Larven. Sie hatten die schlimmen Zustände nicht überlebt. Wie zwei weitere Leidensgenossen, die kurz vorher von Mitarbeitern einer Tierkörperbeseitigungsanlage abgeholt worden waren. Der mit elf Tieren ungewöhnlich große Bestand ist wahrscheinlich durch unkontrollierte Vermehrung entstanden. Das Tierheim-Team hat schon viel erlebt, aber diese Müllwohnung war doch wieder eine besonders ekelerregende Herausforderung. Zu den üblen Gerüchen und der Entdeckung der toten Tiere kam noch die Sorge, dass sich weitere „Überraschungen“ in den Müllbergen befinden könnten, welche zum Teil umgeschichtet und durchwühlt werden mussten.
Nur eine der verschreckten Katzen ließ sich anfassen. Die anderen wurden mit Keschern und Lebendfallen eingefangen. Der Gesundheits- und Pflegezustand der Samtpfoten entspricht den desaströsen hygienischen Zuständen in der Wohnung und der mangelhaften Versorgung durch die Halterin. So waren die meisten Katzen stark abgemagert, zum Teil an Katzenschnupfen erkrankt, und alle Tiere litten an massivem Parasitenbefall (u.a. Band- und Spulwürmer sowie Flöhe). Die Blutuntersuchungen ergaben außerdem bei einigen der Katzen Leber- und Nierenschäden sowie Bauchspeicheldrüseninsuffizienzen.
Wir haben unsere Pfleglinge erst einmal in unserem Tierheim in Zossen aufgepäppelt, und inzwischen sind die Samtpfoten auch richtig schmusig. Leider gibt es bisher nur für eine Katze Interessenten, was an den chronischen Erkrankungen und am fortgeschrittenem Alter liegen kann. Schließlich sind fünf der „7 Zwerge“ 8 Jahre und älter.
Für die Verantwortliche wird ein Tierhalte- und Betreuungsverbot angestrebt, und wir hoffen, dass auch die menschliche Tragödie hinter diesem Tierschutzfall ein gutes Ende nimmt.