Hilfe ist Hoffnung!
aktion tier Kitty Projekt Paderborn, Nordrhein-Westfalen
Nach der Corona Pandemie und ihren Auswirkungen kam im Februar letzten Jahres der Ukraine Krieg hinzu, dessen Auswirkungen alle Menschen direkt oder indirekt betreffen. Im November wurde dann auch noch die Gebührenordnung der Tierärzte deutlich erhöht, was in Tierschutzkreisen zu großer Sorge geführt hat. Man fragt sich, was mit den Privathaltern ist, deren Tier erkrankt? Gehen sie im Notfall dann nicht mehr zum Tierarzt, weil sie es sich nicht leisten können? Werden die Tiere dann ausgesetzt oder unter fadenscheinigen Begründungen bei uns abgegeben? Und wie sollen wir als Tierschutzvereine die Kosten aufbringen, wenn auf der anderen Seite immer mehr Spender wegbrechen, die so mit ihren monatlichen Ausgaben (Lebensmittel, Heizung, Strom) zu kämpfen haben, dass nichts mehr für Spenden übrigbleibt? Alles Sorgen, die uns zurzeit umtreiben, aber es nützt nichts, wir müssen weiter machen, und wir müssen helfen, denn Hilfe ist Hoffnung und die ist in Krisenzeiten wie diesen am Wichtigsten.
Nach der geplanten Zahnsanierung (abgebrochener Eckzahn), werden wir uns auf die Suche nach Samsons Menschen machen. Wir hoffen sehr, dass ein Katzenflüsterer sich in den sanften schwarzen Kater verliebt und ihn zu schätzen weiß.
Also sprechen wir über unsere Erfolge!
Seit 2003 versorgen wir einen Katzenbestand in der Kaserne in Augustdorf (Kreis Lippe). Wir begannen mit einer Zahl von über 80 Katzen, wir kastrierten sie über Wochen, und seitdem wurden diese Katzen von uns täglich gefüttert, tierärztlich versorgt und, wie soll es bei Katzen anders sein, geliebt, jeder so wie er es mochte. Manche konnte man nach einiger Zeit gut anfassen, andere warteten ungeduldig bis wir wieder im Auto saßen, um endlich in Ruhe zu fressen. Nach nunmehr 20 Jahren waren nur noch drei Katzen auf dem Gelände, die anderen sind teilweise vermittelt, verstorben oder – was für uns immer am Schlimmsten war – verschollen. Diese drei Katzen lebten an zwei Futterstellen, zwei Katerfreunde an einer und ein Kater, der schöne sanfte Samson, an der anderen. Samsons Freund ist leider im August 2022 verschwunden und seitdem nicht wieder aufgetaucht. Das war für den großen Kater sehr traumatisch, da er unheimlich sozial ist und die Einsamkeit sehr schlimm für ihn war.
Also entschieden wir uns, den ca. fünf Jahre alten Samson bei uns in der Station aufzunehmen. Das war für ihn zunächst sehr anstrengend, er kannte ja keine geschlossenen Räume. Er suchte sich einen strategisch günstigen Ort und blieb dort erst mal sitzen und das für Tage. Fressen wurde auch nicht angerührt, und so hofften wir auf den Faktor Eingewöhnung. Nach drei Tagen ging er endlich über Nacht ans Futter und benutzte die Toilette, er ließ sich gut anfassen, kam aber nicht aus dem Versteck. Mit dem Kollegen freundete er sich schließlich an, kam nach kurzer Streicheleinheit heraus und inspizierte alles. Er muss zwar noch viel lernen, wir denken aber, dass er das Zeug dazu hat mit Menschen zu leben.
Im Rahmen unseres Kitty Projekts wurden wir von einer großen Flüchtlingsunterkunft um Hilfe gebeten.
Auf dem weitläufigen Gelände hatte sich eine Katzenmutter mit fünf Welpen angesiedelt. Die Tiere wurden zwar gefüttert, hatten aber keine guten Unterschlupfmöglichkeiten. Wir einigten uns darauf, einen Ortstermin zu machen und die Tiere dann mit der Falle zu fangen. Am Wochenende vor dem vereinbarten Termin bekamen wir einen Anruf. Ein kleiner Welpe würde tot auf dem Gelände liegen und ein anderer wäre so gut wie tot. Wir organisierten sofort einen Termin bei unserem Tierarzt. Dort wurde der kleine Kater (600 Gramm schwer) untersucht, es wurde eine Unterkühlung, Dehydrierung, ein Oberschenkelbruch und eine Hüftverletzung festgestellt. Die Verletzungen sahen nicht nach einem Autounfall aus, es gab weder Abschürfungen noch Blutergüsse. Wir wollen hier nicht spekulieren, was passiert ist, befürchten aber, dass jemand das Katzenproblem auf seine Weise lösen wollte.
Die Chancen standen sehr schlecht für den Kleinen, trotzdem wollten wir es versuchen. Er wurde aufgewärmt und bekam eine Infusion, und nach einiger Zeit erwachten die Lebensgeister. Zunächst war er von Menschen nicht begeistert, ließ sich aber mit Futter überzeugen. Wir mussten dann ziemlich schnell die Entscheidung für eine Operation treffen, um den Oberschenkel und die Hüfte optimal zu versorgen. Bei so kleinen Katzen ist man da ja schon fast im Bereich der Mikrochirurgie. Zwei Tage später war es dann so weit, wir saßen auf heißen Kohlen und warteten den Anruf des Tierarztes, wie die OP verlaufen ist. Endlich klingelte das Telefon! Der kleine Olaf (so hatten wir ihn zwischenzeitlich getauft) hatte es geschafft. Die Operation war allerdings sehr dramatisch, zwei Mal setzte sein Herz in der Narkose aus, und Olaf musste wiederbelebt werden. Das Bein war jetzt gerichtet und konnte in Ruhe heilen.
Zwei Tage später zog Olaf in eine Pflegestelle und wurde dort liebevoll aufgepäppelt. Mittlerweile ist aus ihm ein selbstbewusster Jungkater geworden, der es liebt mit Artgenossen zu raufen, und auch vor den Hunden in der Pflegestelle macht er keinen Halt und springt ihnen schonmal gerne in den Nacken. Wir sagen ihm immer, dass er aufpassen soll, weil er ja schon ein paar Schutzengel verbraten hat, das tangiert ihn natürlich – typisch Katze – null.
Wir suchen ein tolles Zuhause für den aktiven kleinen Kater, in dem man viel Zeit und Liebe für ihn hat.
Kätzin Suse gehört zu einem Katzenbestand an einer weiteren Kaserne.
Sie lässt sich von den Fütterern streicheln, richtig zahm ist sie aber nicht. Sie kam eines Abends auf drei Beinen angehumpelt, wurde gefangen, und es wurde ein Kreuzbandriss festgestellt. Bei solchen Verletzungen besteht immer die Frage: Soll das Bein operiert oder besser amputiert werden? Bei den scheuen Katzen ist für uns die Lebensqualität ein großer Aspekt. Kann die Katze nach einer OP ein selbstbestimmtes Leben führen wie vorher? Oder wird sie dauerhaft auf menschliche Hilfe angewiesen sein? Eine dreibeinige freilebende Katze hat es ziemlich schwer, draußen klar zu kommen. Also entschieden wir uns für die Kreuzbandoperation. Suse hat alles gut überstanden und lebt noch in einer Pflegestelle. In Kürze wird sie nachgeröntgt, und wenn alles in Ordnung ist, kann sie wieder in die Freiheit entlassen werden. Wir denken, sie kann es kaum erwarten, da ihre Laune jeden Tag schlechter wird.
Dies sind nur ein paar Beispiele unserer täglichen Arbeit. Wir freuen uns immer wieder, so vielen Tieren helfen zu können. Das ist nur durch eine große Gemeinschaft an Mitgliedern und Spendern wie Ihnen möglich, danke dafür im Namen von Olaf, Suse, Samson und den vielen Namenlosen, die uns jedes Jahr begegnen und für die wir die Hoffnung auf ein besseres Leben sind!