Zu Lasten der Tiere
Pferdekutschen, lebende Touristentaxis und Ponyreiten
Mit hängendem Kopf stehen die Kutschpferde da und warten auf die nächsten Touristen, die sich von ihnen durch die Stadt ziehen lassen wollen. Der normale Menschenverstand setzt bei vielen leider nicht ein. Bei Temperaturen von 35-42 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit kommt jeder Kreislauf ans Limit, auch der eines Pferdes. Und immer wieder ist es vorgekommen, dass ein Kutschpferd auf offener Straße ganz einfach zusammenbricht vor Hitze und Erschöpfung und von alleine auch nicht mehr aufstehen kann. Nun wurde endlich der von Tierschützern lang ersehnte Beschluss gefasst, dass Pferdekutschen ab dem Jahr 2024 gänzlich verboten werden – zumindest in Mallorcas Hauptstadt Palma, in der im Sommer die Luft in der Tat zum Zerschneiden und erneut ein Pferd auf der Straße kollabiert ist. Bereits im Sommer 2022 wurde beschlossen, dass Kutscher ihre Fahrten nicht mehr aufnehmen dürfen, wenn die sogenannte Warnstufe Gelb ausgerufen wird, was passiert, wenn etwa die 30 Grad Marke geknackt wird. Für die Kutscher, die nun einmal mit ihrer Fahrt durch die Stadt ihren Lebensunterhalt verdienen, sollen alternativ ElektroFahrzeuge angeboten werden, damit sie weiterhin ein Einkommen in Aussicht haben, so heißt es zumindest von Regierungsvertretern aus Madrid. Ob dieser Plan auch in die Tat umgesetzt werden kann, steht noch in den Sternen. Und auch was mit den Pferden geschieht, die dann hoffentlich in den Zwangsruhestand gehen, ist noch ungewiss …
Esel als Touristen-Taxi
Vor allem auf der griechischen Insel Santorin werden Esel gerne als sogenannte Touristen-Taxis eingesetzt. Die Tiere sind im Sommer der glühenden Hitze von bis zu 40 Grad ausgesetzt, sind stark geschwächt und oft verletzt und werden darüber hinaus meist mit Peitschen oder Stöcken angetrieben oder aber werden von den Touristen selbst mit deren Fersen im Bauchraum traktiert. Oft sitzt das Zaumzeug nicht richtig und schneidet ein, und auch Wasser wird in der Regel zu wenig gereicht. Aufgrund vermehrter Hinweise und Beschwerden von Tierschützern, hat Griechenland im Jahr 2019 zumindest ein Verbot für schwergewichtige Touristen ausgesprochen. Somit dürfen Personen, die mehr als 100 Kilo wiegen, nicht mehr auf einen Esel steigen. Ein Esel gilt zwar als Lastentier, sollte aber nicht mehr als 20% des eigenen Gewichts tragen, was ungefähr 50 Kilo entspricht. Andernfalls drohen schwere Huf- und Gelenkprobleme. Natürlich wiegen die meisten Menschen mehr als das und werden von den Eseln über 500 Treppenstufen hoch in Santorins Altstadt Firá getragen, was vollkommen überflüssig ist, da es hier auch eine Seilbahn gibt. Ist ein Esel am Ende grundsätzlich zu schwach, wird er meist einfach ausgesetzt. Insofern wäre es begrüßenswert, wenn das gesamte Eselreiten für Touristen eingestellt würde.
Ponyreiten für Kinder auf Jahrmärkten und Straßenfesten
Findet ein Jahrmarkt oder ein größeres Straßenfest statt, so sieht man sie oft, die kleinen aufgebauten Rondells in denen Ponys Kinder Runde um Runde tragen. Ponys lösen bei vielen Kindern eine natürliche Begeisterung aus, und grundsätzlich ist der Kontakt zu Tieren für Kinder wichtig. Ein Pony aber, dass den ganzen Tag über stupide im Kreis laufen muss, ist geistig vollkommen unterfordert, körperlich oft überfordert und kann kein artgemäßes Leben mit natürlichem Auslauf führen. Die Beine und die Wirbelsäule von Ponys und kleinen Pferden sind nicht für monotones und stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt, und so bekommen die meisten der gebeutelten Tiere Gelenk- und Wirbelschäden, die schmerzhaft sind. Hinzu kommt, dass der Lärmpegel auf den Jahrmärkten und Festen die Tiere zusätzlich stresst, und auch so manches Kind zerrt an der Trense oder haut die Fersen in den Bauch des Tieres. Die Kinder erhalten durch die Ponykarussells auch ein vollkommen falsches Bild von der Haltung und dem Umgang mit den Tieren. Glücklicherweise erkennen immer mehr Menschen, dass solche Ponykarussells Tierquälerei bedeuten, und auch viele Städte und Gemeinden erteilen mittlerweile keine Genehmigung mehr für die Schausteller.
Man kann immer wieder an die Menschen appellieren:
Bitte steigen Sie nicht in die Pferdekutschen!
Das gilt auch für andere Länder. Für die Pferde ist das Ziehen einer Kutsche bei großer Hitze eine unsägliche Qual!