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Spanische Jagdhunde ohne Schutz
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Spanische Jagdhunde ohne Schutz

Dringender Appell für Galgos und Podencos im Tierschutz

© Alexandra Pfitzmann
Spanien hat zwar im Februar 2023 ein neues Tierschutzgesetz für „Haus“tiere verabschiedet, jedoch bleibt eine bedeutsame Gruppe davon ausgeschlossen: die Jagdhunde. Dieser Ausschluss sorgt für Enttäuschung und Kritik unter Tierschützern, die seit Jahren gegen das Leiden und Sterben von Galgos, Podencos und anderen Jagdhundrassen kämpfen.
Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

Das neue Gesetz, das als „Gesetz des Schutzes, der Rechte und des Wohles der Tiere“ bekannt ist, wurde eigentlich als Fortschritt gefeiert. Es sieht vor, dass "Haus"tiere nicht mehr ohne medizinische Indikation getötet werden dürfen. Hundehalter müssen verpflichtend an Schulungen teilnehmen, und die private Zucht sowie der Verkauf von "Haus"tieren in Geschäften sind untersagt. Doch kurz vor der Verabschiedung des Gesetzes wurde ein Antrag der Sozialisten (PSOE) eingereicht, "Gebrauchshunde" davon auszuschließen – eine Entscheidung, die bei der finalen Abstimmung berücksichtigt wurde.

Wenn die Jagdhunde in Spanien, hier der Rasse Podenco, sich nicht mehr zur Jagd eignen, werden sie meistens einfach entsorgt. Foto: © Alexandra Pfitzmann
Wenn die Jagdhunde in Spanien, hier der Rasse Podenco, sich nicht mehr zur Jagd eignen, werden sie meistens einfach entsorgt. Foto: © Alexandra Pfitzmann

Dieser Ausschluss bedeutet, dass für die zahlreichen Jagdund Kettenhunde in Spanien vorerst keine Verbesserung in Sicht ist.

Galgos Españoles, Podencos und andere Jagdhunde werden jedes Jahr für die Hasenjagd und Windhundrennen missbraucht. Die Bedingungen, unter denen sie leben müssen, sind oft entsetzlich: In dunklen Kellern oder Bunkern gehalten, mit unzureichender Nahrung, und in der Vorbereitung auf Rennen werden sie an Fahrzeuge gebunden, um ihre Geschwindigkeit zu steigern. Besonders tragisch ist das Schicksal dieser Hunde nach zwei bis drei Jagdsaisons. Als "unbrauchbar" gelten sie und werden auf grausame Weise entsorgt: ausgesetzt, misshandelt, ertränkt, verbrannt oder erhängt. Oft werden die Hunde absichtlich gefoltert und einem langen Todeskampf ausgesetzt, um sie für vermeintlich "ungenügende" Leistungen zu bestrafen. Schätzungen zufolge erleiden jedes Jahr etwa 50.000 Galgos dieses Schicksal. Der 1. Februar, das offizielle Ende der Jagdsaison, ist inzwischen als Welt-Galgo-Tag bekannt.

Auch andere Hunderassen werden in Spanien zur Jagd eingesetzt. Foto: © Alexandra Pfitzmann

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen, doch leider erfährt nicht jede Hunderasse die Liebe und Fürsorge, die sie verdienen. Die Galgos, eine Rasse von Wind- und Jagdhunden, sind für ihre sportlichen und agilen Körper bekannt. Im familiären Umfeld zeigen sie sich hingegen als sanfte und meist ruhige Begleiter.

Sie werden auch für illegale Hunderennen missbraucht und sind zu einer Art Billigware verkommen. Die Jagdhundezucht in Spanien gleicht fast einer Massenproduktion, angetrieben von Profitgier. Jäger lassen ihre Hündinnen zweimal im Jahr werfen, behalten die stärksten Tiere für die Jagd und verkaufen den Rest. Mit der Entscheidung, Jagdhunde aus dem neuen Tierschutzgesetz auszuschließen, manifestiert Spanien erneut Speziesismus in seiner Gesetzgebung. Währen "Haus"- tiere geschützt sind, bleiben Galgos, Podencos und ihre Artgenossen ohne Rechte, weiterhin Opfer von Misshandlungen und Tötungen. Tierschützer setzen sich weiterhin für eine inklusive Gesetzgebung ein, die das Leiden aller Tiere gleichermaßen in den Blick nimmt.

Der Galgo Español

Galgo Español. Bild: © AdobeStock_Eric Isselée

Herkunft:

Spanien Größe: 60-70 cm

Gewicht:

20-29 kg

Aussehen:

Schlanker, langgestreckter Körperbau, schmaler Kopf mit mandelförmigen Augen, große, gefaltete Rosenohren, lange und kräftige Rute. Fell kann glatt- oder rauhaarig sein, in verschiedenen Farben.

Wesen:

Ruhig, zurückhaltend, anhänglich, intelligent. Verträglich mit anderen Hunden, entwickelt einen ausgeprägten Jagdinstinkt im Freien. Sehr pflegeleicht und gut erziehbar.

Besonderheiten:

Ursprünglich für die Jagd gezüchtet, aber auch liebevoller und treuer Begleiter. Die Rasse hat eine lange Geschichte und wurde durch Kreuzungen mit anderen Windhundarten beeinflusst, was zu verschiedenen Varietäten führte.