left 
Frohe Ostern – ohne Tierleid!
reload
arrow_down

Frohe Ostern – aber bitte ohne Tierleid!

Ostersüßigkeiten gibt es auch vegan. Bild: © Gerd Altmann, pixabay
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Das Osterfest

Als eines der wichtigsten christlichen Feste feiern die Kirchen mit dem Osterfest die Auferstehung Jesu. Tatsächlich ist Ostern jedoch eine weltweite Tradition mit vielfältigen Bräuchen aus vorchristlicher Zeit. Gefärbte Ostereier und unser beliebter Osterhase etwa entstammen heidnischen Fruchtbarkeitsriten und wurden erst später durch die Kirchen „christianisiert“. Unabhängig vom Ursprung freuen wir uns heute im Zusammenhang mit Ostern vorrangig auf ein langes, freies Wochenende, ein mit Ostersymbolen geschmücktes Haus, suchen versteckte Eier und Süßigkeiten und genießen das Essen in lieber Gesellschaft. Allerdings beinhaltet das Osterfest unter anderem mit Eiern, Osterhasen und Osterlamm traditionell viele Aspekte aus der Tierwelt, die durchaus problematisch sind. Wir zeigen hier, worauf Tierfreunde achten sollten.

Osterfeuer

Vor allem im ländlichen Raum wird gerne Holz auf dem Dorfplatz gesammelt und gemeinsam an einem der Festtage angezündet. Mit diesem alten Brauch sollen unter anderem der Winter und böse Geister vertrieben werden. Da das Holz oft über mehrere Wochen auf dem Sammelplatz lagert, ist der Haufen ein schönes Versteck zum Beispiel für Mäuse und Igel. Um zu verhindern, dass sie ein Opfer der Flammen werden, muss ein oder zwei Tage vor dem Entzünden unbedingt noch einmal umgeschichtet werden.

Mäuse und Igel suchen gerne Unterschlupf in Holzhaufen. Bild: © Ursula Bauer
Durch das Umschichten VOR dem Anzünden können Tiere wie Mäuse und Igel, die sich im Holzstapel versteckt haben, flüchten. Bild: © Ursula Bauer

Osteressen

An den Feiertagen wird bei vielen Menschen Lamm- und Kaninchenfleisch gegessen. Hierfür werden die Lämmchen im zarten Alter von höchstens einem Jahr geschlachtet, obwohl Schafe bis zu 20 Jahre alt werden können. In der intensiven Mast werden sie früh von den Müttern getrennt, im Stall gehalten und mit Kraftfutter innerhalb von 4-5 Monaten auf Schlachtgewicht gebracht. Selbst Weidelämmer, die im Freiland beim Muttertier bleiben dürfen, landen nach längstens 12 Monaten im Schlachthof.

Dann doch lieber ein Kaninchenbraten? Besser nicht, denn die Kaninchen werden in Mastbetrieben unter grausamen Bedingungen gehalten. Sie leben mit bis zu 7 Artgenossen in engen Drahtkäfigen ohne Einstreu. Der Platz für jedes Tier ist kaum größer als ein DIN A4-Blatt. Die Kaninchen können nicht hoppeln, die Gitterböden drücken sich tief in ihre Ballen. Unter den zu hunderten aufgestellten Käfigen stapeln sich die Exkremente der Tiere, deren Ammoniakdämpfe und Krankheitskeime zu Augen- und Atemwegserkrankungen führen. Statt bis zu 10 Jahre zu leben, werden Kaninchen in der Intensivmast bereits nach 3 Monaten geschlachtet.

Nutztiere, die für uns Fleisch produzieren, sollten weder gequält noch im Jugendalter geschlachtet werden. Bild: © Herbert Aust, pixabay
Mastkaninchen haben ein kurzes, leidvolles Käfigleben. Bild: © aktion tier, Ursula Bauer
Auch ein Lamm aus Kuchenteig ist ein leckerer Ostergenuss. Bild: © Ursula Bauer

Ostereier

Eier gehören für viele zum Osterfest einfach dazu. Sie werden nicht nur hartgekocht gegessen, sondern auch zum Backen, Dekorieren und Verschenken verwendet. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte zu Bio-Eiern greifen (Haltungsform „0“ auf dem Eierstempel). Diese wurden tierfreundlicher, umwelt-, ressourcen- und klimaschonender produziert als die Eier aus anderen Haltungssystemen. Die „3“ auf dem Eierstempel kennzeichnet dagegen die schlimmste aller Haltungen. Hier leiden jeweils bis zu 60 Legehennen in Käfigen mit lächerlichen 800 cm² (etwas mehr als 1 DIN A4-Blatt) Platz pro Tier. Ohne Auslauf!

Vorsicht ist auch bei industriell gekochten und gefärbten Eiern geboten. Diese müssen nicht den Eierstempel tragen, da sie als „verarbeitete Eiprodukte“ gelten. Wenn es keine freiwillige Angabe zur Haltungsform gibt, ist davon auszugehen, dass die bunten Eier aus deutscher oder ausländischer Käfighaltung stammen.

Die Herkunft von fertigen Ostereiern ist oft nicht klar. Bild: © Ursula Bauer
Die Alternative: Bio-Eier hart kochen oder ausblasen und selber färben oder bemalen. Das ist ein toller Spaß für die ganze Familie. Bild: © Ursula Bauer
Grafik: © aktion tier, Ursula Bauer

Seit Januar 2004 müssen EU-weit alle im Handel erhältlichen Schaleneier mit einem Stempel versehen sein, der Auskunft über das Herkunftsland, der Erzeugerbetrieb und die Haltungsform der Legehennen gibt. Von der Stempelpflicht befreit sind bereits gekochte und gefärbte Eier sowie unverpackte, unsortierte Eier, die direkt Ab-Hof oder auf dem Wochenmarkt im Erzeugungsgebiet verkauft werden.

Alternativen zum Ei

Wer keine Eier mag oder aus Tierschutzgründen darauf verzichten möchte, kann beispielsweise zum Backen Bananen, das Abtropfwasser von Kichererbsen oder vegane Ei-Ersatzprodukte, die meist aus Stärke und Pflanzenproteinen bestehen, verwenden. Als Ostersymbol im traditionellen Nest eignen sich Schokoladen- oder Gelee-Eier, die es auch komplett „ohne Tier“ gibt. Wer sich mehr Mühe machen möchte, kann auch vegane Kekseier backen oder Eier aus zerkleinerten Nüssen und Datteln formen, und diese dann für den bunten Touch in Zimt, Kurkuma oder Rote Beete Pulver wälzen. Für die Osterdeko können Eier aus Keramik, Pappmaché vielleicht sogar selbst gebastelt oder wenigstens angemalt werden.

Beim Backen ersetzt eine halbe zerquetschte Banane 1 Ei. Bild: © Ursula Bauer
Veganer Ei-Ersatz. Bild: © Ursula Bauer

Tiergehege in Einkaufszentren

Leider werden zu Ostern in vielen großen Einkaufszentren Tiergehege aufgebaut – meist mitten in der Shopping Mall zwischen Rolltreppen, Geschäften und Verkaufsständen. Besonders Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch Hühnerund Gänseküken müssen, teilweise über Wochen hinweg, als lebende Dekoration die Besucher erfreuen. Sie sind nicht nur dem grellen Licht und dem dauerhaft hohen Geräuschpegel schutzlos ausgeliefert. Häufig snd auch die Umzäunungen viel zu niedrig und schützen die Tiere nicht vor „Grabschhänden“. Außerdem können Besucher trotz großer Verbotstafeln ungeeignetes und für die Tiere schädliches Futter in die Gehege werfen. Wenn Sie österliche Arrangements mit lebenden Tieren in Ihrem Einkaufszentrum entdecken, dann beschweren Sie sich bitte bei der Centerverwaltung. Der Kunde ist letztendlich König, und jedes Management wird sensibel auf Kritik reagieren.

Tiergehege in Einkaufscentern sind Tierquälerei. Bild: © aktion tier
Kein Schutz für die lebende Osterdeko. © aktion tier
Tiere dürfen nicht als lebende Osterdeko missbraucht werden. Bild: © aktion tier
Eine stimmungsvolle Osterdekoration geht auch ohne Tiere. Bild: © Ursula Bauer

Die Tiergehege in Shoppingcentern verfolgen natürlich auch den Zweck, Menschen zum Kauf zu animieren. Süße Kaninchenbabys gibt es, wie praktisch, gleich im ansässigen Zooladen, und wer sein Kind mit einem Hühnerküken überraschen möchte, findet über Kleinanzeigen-Portale viele Angebote. Lassen Sie sich bitte nicht hinreißen, und verzichten Sie auf den Kauf lebender Tiere als Ostergeschenk!

Kaninchen und Hühner brauchen Artgenossen und dürfen niemals einzeln gehalten werden. Bild: © Cico Zeljko, Pixabay
Bild: © ViJakob, Pixabay

Tiere sind immer eine Anschaffung fürs Leben, die gut überlegt sein will. Kaninchen und Hühner können bis zu 10 Jahre alt werden und haben besondere Ansprüche, die Halter erfüllen müssen.

Wer sich Tiere anschafft, trägt ein Leben lang für sie Verantwortung. Bild: © Ursula Bauer

Gerne können Sie sich den Flyer „Frohe Ostern – ohne Tierleid!“ hier herunterladen, im aktiontier Shop oder telefonisch unter 030 / 3011162-55 kostenfrei bestellen.