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Mein Arbeitstag als Tierpflegerin
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Mein Arbeitstag als Tierpflegerin

aktion tier-Igelzentrum, Niedersachsen

Jana Niessalla, Tierpflegerin im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen. Foto: © aktion tier-Igelzentrum
Seit dem letzten Jahr arbeite ich als Tierpflegerin im aktion tier-Igelzentrum Niedersachsen. Was für Aufgaben fallen bei der täglichen Arbeit mit Igeln an? Warum macht mir die Arbeit so viel Freude? Ich nehme Sie mit in meinen Alltag als Tierpflegerin.
Ein Beitrag von Jana Niessalla,
Tierpflegerin aktion tier-Igelzentrum

Ein typischer Arbeitstag im aktion tier-Igelzentrum in Laatzen beginnt für mich damit, dass ich zuerst alle neuen Igel anschaue, die am Vortag aufgenommen wurden. Ich überprüfe, wie es ihnen geht und ob sich ihr Zustand verändert hat. Danach schalte ich die Wa sc hma sc hi ne und den Trockner an, denn es fällt täglich oft einiges an Wäsche an. Anschließend bereite ich Eimer mit Reiniger vor, die ich später zum Putzen brauche.

Hier am Untersuchungstisch kann man bei Behandlungen durch unsere Tierärztin viel dazulernen. Foto: © aktion tier Igelzentrum

Dann kümmere ich mich gemeinsam mit meinen Kollegen um jeden Igel in der Station. Ich wiege den Igel, kontrolliere seinen Kot und schaue nach, ob er gefressen hat. Falls mir etwas auffällt, notiere ich es – zum Beispiel, wenn ein Igel mehr Futter bekommen sollte oder plötzlich auffälliges Verhalten wie beispielsweise Husten zeigt. Bei akuten Problemen gebe ich sofort unserer Tierärztin Dr. Karolin Schütte Bescheid, die dann entsprechende Maßnahmen ergreifen kann und nötige Medikamente verordnet.

Das tägliche Wiegen hilft mir dabei, die Gewichtsentwicklung der Igel im Blick zu behalten. Foto: © aktion tier Igelzentrum
Alles, was die Igelpatienten betrifft, wird sorgfältig protokolliert. Foto: © aktion tier Igelzentrum

Anschließend räume ich die Gehegebox des Igels aus, entferne die verschmutzte Zeitung und die Näpfe vom Vortag und reinige die Box gründlich. Danach richte ich sie mit sauberer Zeitung neu ein und setze den Igel wieder zurück. Diese Schritte wiederhole ich bei jedem einzelnen Tier.

Mit dem mit Futternäpfen und Wasserschälchen beladenen Wagen gehe ich nun von Box zu Box. Jeder Igel bekommt frisches Futter und Wasser in seine Box. Falls nötig, füge ich dem Futter noch Ergänzungsmittel hinzu, wie zum Beispiel Biotin zur Unterstützung beim Nachwachsen neuer Stacheln. Zum Schluss kontrolliere ich jede Box noch einmal, um sicherzugehen, dass wirklich alle Tiere gut versorgt sind.

Manche Igelboxen sehen schlimmer aus als andere. Foto: © aktion tier Igelzentrum
Jedoch müssen alle Igelboxen jeden Tag gereinigt werden. Foto: © aktion tier Igelzentrum
Jeder der bis zu 105 Igel wird täglich kontrolliert. Foto: © aktion tier Igelzentrum

Die benutzten Igelnäpfe kommen anschließend in den Geschirrspüler. Während das viele Geschirr gereinigt wird, mische ich das Futter für die Igel an. Dieses besteht aus Katzen-Nassfutter in Pastetenform und speziellem AmeisenbärTrockenfutter mit hohem Insektenanteil, das besonders für Igel geeignet ist, da beide Tiere Insektenfresser sind. Je nach Bedarf mische ich auch noch Mehlwürmer darunter.

In unserer Igelstation werden bis zu 105 Igel gleichzeitig behandelt. Außerdem bieten wir 120 Igeln einen geschützten Überwinterungsplatz.

Zweimal täglich werden unsere Patienten gefüttert. Foto: © aktion tier Igelzentrum
Reinigungsarbeiten und Hygiene sind bei der Arbeit mit kranken Tieren besonders wichtig. Foto: © aktion tier Igelzentrum

Am Ende meines Arbeitstages reinige und desinfiziere ich alle Oberflächen, wasche die Wiegeschalen ab, entsorge den Müll und fege und wische die Böden.

Am meisten gefällt mir an der Arbeit, dass man sieht, wofür man sie tut. Man hilft sowohl kranken als auch verletzten oder schwachen Igeln und pflegt sie wieder gesund, sodass sie später wieder von ihrem Finder ausgewildert werden und ihr Leben in der Natur weiterleben können. Und auch die Finder freuen sich, wenn sie ihren Findling wieder gesund und munter mitnehmen und frei lassen können und nehmen dafür oft weite Fahrten auf sich. Dafür sind wir alle im Igelzentrum Niedersachsen immer wieder dankbar, denn so können viele Leben gerettet werden. •