Gibt es eigentlich einen Fischdoktor?
Fischkrankheiten
Im Rahmen des zunehmenden Konsums von Fisch als Nahrungsmittel, wächst auch dieser Industriezweig enorm. Je mehr Tiere gezüchtet werden, desto mehr Bedeutung kommt ihrer Gesunderhaltung zu. Daher werden die Fachtierärzte auf großen Fischfarmen dringend gebraucht. Erkrankt ein Bestand, geht es immer auch gleich um viel Geld, das der Betreiber im schlechtesten Fall zu verlieren droht. Einzelne Tiere werden meist nicht therapiert. Es geht hier vielmehr um die Bestandsbetreuung ähnlich wie auf großen Geflügelfarmen.
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld der Fischtierärzte sind die Koi-Haltungen. Beim Koi handelt es sich um einen teuren Fisch aus Asien, auf dessen Haltung sich eher ein betuchteres Klientel spezialisiert hat. Er ist mit Karpfen verwandt und kann richtig alt werden. Es soll Fische geben, die an die 200 Jahre auf dem Buckel haben. In großen Aquarien oder aufwändig gestalteten Gartenteichen ziehen die wie riesige Goldfische anmutenden Tiere ihre Kreise. Ganz wichtig bei dieser Fischart ist ihre Zeichnung. Ähnelt sie japanischen Symbolen, steigen die Tiere im Wert. Manche von ihnen kosten mehrere tausend Euro. Fischliebhaber sollen sogar bis zu 500.000 Euro für ein Tier hinblättern. Wenn da ein Exemplar krank wird, kommt natürlich der Fischtierarzt. Diese Patienten haben sogar das Glück, das an ihnen Operationen durchgeführt werden, wenn es nötig ist.
So viel Zuwendung erfahren unsere Zierfische in aller Regel nicht. Daher ist ihnen besonders viel Aufmerksamkeit in Hinblick auf die Prophylaxe zu schenken. Beachtet der Fischhalter einige wichtige Grundsätze, werden seine Fische erst gar nicht krank. An allererster Stelle ist die Wasserqualität zu nennen. Das Wasser stellt den Lebensraum der Fische dar. Stimmen hier Werte wie der pH und der Sauerstoffgehalt, ist das schon mal die halbe Miete. Deshalb muss der Fischfreund seine Filteranlage genauestens im Auge haben und darauf achten, dass hier alles reibungslos läuft. Wasserwechsel in regelmäßen Abständen tragen ihr übriges zum Wohlbefinden der Fische bei. Ein weiterer Aspekt ist die Besatzdichte. Je nach Fischart dürfen nicht zu viele Fische auf begrenztem Raum untergebracht werden. Auch können nicht alle Arten miteinander vergesellschaftet werden. Manche Tiere bekämpfen sich und dürfen nicht gemeinsam in ein und demselben Aquarium leben. Ganz wichtig ist die Herkunft der Fische. Einige Arten lassen sich schlecht nachzüchten und kommen als Wildfang importiert aus dem Ausland in unsere Fischhandlungen. Diese Fische sind oft sehr gestresst und geschwächt. Unter schlimmen Bedingungen werden sie nach Deutschland eingeführt und sind damit häufig Träger krankmachender Keime. Deshalb sollten sich Fischliebhaber genau erkundigen, woher die von ihnen erworbenen Zierfische stammen. Beachtet der Fischfreund diese Grundsätze, braucht er den Fischdoktor ziemlich sicher nicht – obwohl es ihn gibt.