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Gold in der Hüfte
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Gold in der Hüfte

Echte Therapieoption oder Scharlatanerie?

Bei einer Gonarthrose ist das Kniegelenk stark entzündet.
Manch ein Schäferhundbesitzer kann ein trauriges Lied davon singen. Bereits im mittleren Lebensalter schleicht der geliebte Vierbeiner mit schlenkernden Hüften nur noch so dahin. Beim Aufstehen hat er Schmerzen. Lange Spaziergänge und wildes Toben gibt es nicht mehr. Der arme Hund leidet unter HD. Die Rede ist von der gefürchteten Hüftgelenksdysplasie, einer Erkrankung, die zum Teil genetisch bedingt ist, und die zu therapieren besonders schwierig ist.
Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher,
Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

Die HD ist die am häufigsten auftretende degenerative Gelenkserkrankung bei Hunden. Doch auch Ellbogen-, Schulter- und viele andere Gelenke des Tierkörpers können betroffen sein.

Im fortgeschrittenen Stadium stehen nur wenige Heil- bzw. Linderungsmethoden zur Verfügung. Zum einen kann der Hund temporär oder gar dauerhaft mit Schmerzmitteln versorgt werden. Oft haben diese Präparate zudem eine entzündungshemmende Komponente, so dass das Leiden nicht nur kaschiert, sondern zumindest kurzfristig auch ansatzweise therapiert wird. Doch leider belasten diese Medikamente die Leber und die Niere, so dass eine dauerhafte Gabe nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Werden die Medikamente abgesetzt, kehrt das Leiden schnell zurück.

Zum anderen stehen diverse Operationsmethoden zur Verfügung. Ähnlich wie beim Menschen sind hier die Erfolgsaussichten je nach betroffenem Gelenk sehr gut. Doch abhängig vom Alter und Gesundheitszustand des Tieres kann aber nicht jedes kranke Tier einer derartigen Operation unterzogen werden. Außerdem spielt der Geldbeutel des Tierhalters eine entscheidende Rolle. Hüftoperationen mit Gelenkersatz müssen beispielsweise oft auf beiden Seiten durchgeführt werden und kosten damit mehrere tausend Euro. Daher suchen Tierbesitzer oft nach anderen Möglichkeiten ihrem erkrankten Tier zu helfen. Dabei stoßen sie früher oder später auf die Goldakupunktur. Bei dieser Methode werden dem Tier unter Vollnarkose kleine Kügelchen aus echtem Gold mit einer langen Nadel an die Akupunkturpunkte rund um die betroffenen Gelenke implantiert. Vorzugsweise erfolgt die Implantation unter Röntgenkontrolle. So wird die korrekte Lage der Goldkugeln überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Dieser Eingriff ist wesentlich weniger invasiv als ein Gelenkersatz und kostentechnisch deutlich günstiger. In aller Regel liegt der finanzielle Aufwand unter eintausend Euro.

Was die Erfolgsaussichten der Goldimplantate betreffen, streiten sich die Geister. Es gibt Studien zur Wirksamkeit der Goldakupunktur, die von Fachleuten hinsichtlich ihrer Aussagekraft bewertet wurden. Vereinfacht zusammengefasst lautet das Ergebnis folgendermaßen: Untersuchungen, die weniger professionell angelegt waren, kommen überwiegend zu dem Schluss, dass Goldimplantate die Symptomatik lindern und es den behandelten Tieren bessergeht. Dahingegen lassen Untersuchungen, die nach strengeren wissenschaftlichen Maßstäben angesetzt und somit aus Sicht der Fachleute auf höherem Niveau durchgeführt wurden und damit aussagekräftiger sind, die Implantation von Goldkügelchen als wenig wirksam erscheinen.

An dieser Stelle kann also leider keine endgültige Bewertung der Goldimplantations-Methode stattfinden. Jeder Tierhalter muss für sich und sein Tier selbst entscheiden, welche Behandlungsform er wählt.