Röcheln und Husten beim Hund
Ein Symptom, viele Ursachen
Im besten Fall hat der Kleine eine Atemwegsentzündung durch Bakterien oder Viren. Das kommt bei Hund und Katze genauso vor, wie auch wir Menschen mal einen Schnupfen haben. Meist bedürfen diese Infekte keiner Behandlung, und der Tierkörper kommt alleine damit klar. Doch Atemwegsgeräuschen können auch ganz andere Ursachen zugrunde liegen, die von alleine nicht weggehen. Dazu gehören zum Beispiel Erkrankungen des Herzens. Auch wenn dieses Organ auf den ersten Blick nichts mit der Lunge verbindet, führen diverse Veränderungen am Herz zu Husten. Das liegt daran, dass das erkrankte Herz nicht in der Lage ist, das Blut in gewohnter Manier durch den Körper zu pumpen. Das Blut staut sich in die Lunge zurück. Hier wiederum kommt es dadurch zur Flüssigkeitsansammlung in den Lungenbläschen und damit zum Hustenreiz. Wird das Tier mit den richtigen Medikamenten ausgestattet, kann der Husten wieder verschwinden und der Vierbeiner im besten Fall noch lange beschwerdefrei leben.
Besonders kleine Rassen sind in fortgeschrittenem Alter prädisponiert für den sogenannten Trachealkollaps. Darunter versteht man ein „Zusammenklappen“ der Luftröhre. Sie ist bei den betroffenen Kandidaten etwas abgeflacht und somit ohnehin im Lumen schon eingeschränkt. Freuen sie sich oder strengen sie sich an, atmen sie dabei vermehrt ein und aus. Es kommt zum kurzzeitigen Unterduck in der Luftröhre. Dadurch fällt sie vollends zusammen. Der Hund röchelt und hustet und bekommt sehr schlecht Luft. Theoretisch kann man die Veränderung operieren, praktisch eher nicht, da der Eingriff sehr risikoreich und teuer ist. Es bleibt nur, die konservative Behandlung mit Medikamenten und den Hund entsprechend zu schonen, übrig.
Die Auflistung aller möglichen Ursachen für Hustenanfälle würde den Rahmen sprengen. Neben Fremdkörpern oder Tumore in den Lungen, Asthma – hier vor allem bei Katzen – kommen etliche weitere Erkrankungen in Betracht, die die Symptomatik Röcheln auslösen können. Daher sollte jeder Husten, der länger als vier Tage andauert, von einem Tierarzt beurteilt werden.
Der Lungenwurm ist auch in Deutschland aktiv
Seit wenigen Jahren tritt in Deutschland zunehmend ein Erreger auf, der bis dato hier gar nicht heimisch war – der Lungenwurm. Er verbreitet sich über winzig kleine Schnecken, die an Grashalmen sitzen. Fressen Hunde oder Katzen diese Halme, infizieren sie sich mit dem Wurm. Er siedelt sich in der Lunge an und sorgt zunehmend für Hustenreiz. Ist der Lungenwurm erst erkannt, ist er gut behandelbar. Leider denken noch nicht alle Tierärzte in Deutschland bei Husten an diesen Wurm, da er bisher sehr selten war.