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Ein absolutes Rekordjahr – unsere Tierzahlen aus 2018
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Ein absolutes Rekordjahr – unsere Tierzahlen aus 2018

aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Niedersachsen

Auswilderung der Jagdfasane in geeigneten Biotopen.
Bei einer Polizeikontrolle eines aus Polen kommenden PKWs auf der A2 wurde festgestellt, dass eine große Menge Jagdfasane in Kisten eingezwängt den gesamten Innenraum des Fahrzeuges ausfüllten. Da die Transportumstände den Polizeibeamten alles andere als ideal erschienen, wurde das Veterinäramt Schaumburg verständigt.
Ein Bericht von Dr. Florian Brandes
Leiter der aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen.

Schnell war klar, dass der Transport weder tierschutzgerecht durchgeführt wurde, noch die notwendigen tierseuchenrechtlichen Nachweise vorlagen. Die insgesamt 100 Fasane wurden deswegen durch das Veterinäramt eingezogen und in der aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen zur Quarantäne eingestellt. Dort konnte innerhalb kürzester Zeit ein Bunker zur Verfügung gestellt und für die Fasane eingerichtet werden, so dass die Tiere kurz nach ihrer Ankunft in der Wildtierstation aus den viel zu engen Transportkisten befreit werden konnten. Ein Fasan hat den Transport leider nicht überlebt, den anderen geht es gut. Die beschlagnahmten Jagdfasane konnten nach Abschluss der Quarantäne und Freigabe durch das Veterinäramt in die Freiheit entlassen werden. Möglich wurde dieser glückliche Ausgang durch die Unterstützung der Jägerschaft, die geeignete Biotope in verschiedenen Revieren zur Verfügung gestellt hat, in denen in dieser Saison keine Jagden mehr stattfinden. „Die Jahreszeit war zur Auswilderung nicht optimal.“, erklärt Stationsleiter Dr. Florian Brandes. „Wir hätten eine solch große Zahl von Fasanen aber nicht den ganzen Winter durchpflegen können.“ So bleibt nur zu hoffen, dass die Fasane sich bei der zu dem Zeitpunkt noch günstigen Witterung schnell in den Revieren eingelebt haben.

Mit 88 verschiedenen Arten von Exoten und insgesamt 211 verschiedenen Tierarten, die in 2018 aufgenommen wurden, haben wir auch in der Artenzahl einen Rekordwert erreicht. Darunter befanden sich auch einige Arten, die erstmalig aufgenommen wurden wie z.B. Nilflughund, Bennettkänguru, Wickelbär oder Bienenfresser. Da wir oft erst sehr kurzfristig erfahren, welche Arten eingeliefert werden, ist auch höchste Flexibilität bei der Einrichtung von Gehegen und der Futterbeschaffung gefragt.

100 beschlagnahmte Jagdfasanewurden in der Wildtierstation zur Quarantäne eingestellt.
Aus Privathaltung beschlagnahmtes Bennetkänguru.
Die Blaue Ornamentvogelspinne ist eine vom Aussterben bedrohte indische Vogelspinnenart.
Ein zahmer Wickelbär frisst der Tierpflegerin aus der Hand.

Unsere Tierzahlen aus 2018

Das Jahr 2018 wird unseren Mitarbeitern lange in Erinnerung bleiben. Mit insgesamt 3.382 aufgenommenen Tieren waren es rund 1.000 Tiere mehr als in den Jahren zuvor. Der enorme Zuwachs ist vor allem auf einige Beschlagnahmungen mit großen Tierzahlen zurückzuführen, bei denen sehr viele Exoten von Behörden in der Wildtierstation eingestellt wurden. So haben 146 Fische, fast 300 Vogelspinnen oder 100 Jagdfasane neben vielen Reptilien die Tierzahlen in die Höhe schnellen lassen. Die Unterbringung von großen Tierzahlen innerhalb weniger Stunden hat dabei manches Mal die ganzen personellen und räumlichen Kapazitäten sowie Kreativität der Mitarbeiter gefordert.

Und als ob das nicht genug Arbeit gewesen wäre, haben wir in 2018 mit insgesamt 2.444 auch mehr einheimische Wildtiere als je zuvor aufgenommen. So waren alle Mitarbeiter froh, im Winter endlich mal wieder durchatmen und Urlaub nehmen zu können. Das ist nämlich im Sommerhalbjahr nicht möglich, und vieles bleibt in der Jungtierzeit liegen, was im Winter nachgeholt werden muss.

Gesamtzahl der aufgenommenen Tiere der letzten Jahre im Vergleich.
Prozentuale Verteilung der Tiergruppen.