Wenn die Mieze umzieht!
Des einen Freud, des andern Leid
Ein Umzug mit Katze will wohlgeplant sein. Ratsam ist es, anstehende Impfungen, Entwurmungen oder Tierarztbesuche aus sonstigen Gründen bereits im Vorfeld zu erledigen und damit sicherzustellen, dass sich das Tier zum Zeitpunkt des Umzugs in einem guten Gesundheitszustand befindet. Im Umkehrschluss ist es nicht von Vorteil, wenn eine Katze gerade erst den Umzugsstress verdauen muss und dann auch noch – aus welchem Grund auch immer – beim Tierarzt vorstellig werden soll. Beides beeinflusst sich gegenseitig in negativem Sinne.
Katzen sind sehr sensibel. Daher sollten sie im Vorfeld so wenig wie möglich von den Umzugsaktivitäten mitbekommen. Daraus folgt, dass das komplette Aus- und Einräumgeschehen bestenfalls „in einem Rutsch“ erfolgen soll, wenn möglich sogar innerhalb eines Tages. Während dieses Zeitraumes bringt man die süßen Kleinen vorzugweise in einen ruhigen Raum, in dem sie vom sonstigen Geschehen abgeschottet sind. Das kann das beispielsweise das Badezimmer oder ein bereits ausgeräumter Hobbyraum sein. In die neue Räumlichkeit nimmt man die Tiere erst mit, wenn dort alles weitestgehend eingerichtet ist, so dass die Katzen eine angenehme, einladende Atmosphäre, bestückt mit dem gewohnten Mobiliar vorfinden. Das erhöht die Chancen, dass sich die Stubentiger von Anfang an im neuen Zuhause wohlfühlen.
Manche Katzen erleiden große Ängste, wenn sie transportiert werden. So auch beim Umzug. Diese Panik kann man durch verschiedene Tricks minimieren. Regel Nummer eins: eine Transportbox pro Katze. Erliegt man dem Trugschluss, die Katzen hätten weniger Angst, wenn sie zusammen in einer Transportkiste von A nach B verfrachtet werden, so kann das böse enden. Geraten die Tiere in Stress, attackieren sie sich gegenseitig und verletzen sich teilweise sogar. Im schlechtesten Fall ist die Beziehung zwischen den Katzen im Anschluss nachhaltig gestört und die Angriffe setzen sich im neuen Zuhause fort. Deshalb sollten die umziehenden Zweibeiner lieber jede Katze einzeln ohne Partner in eine Box stecken.
Schon Wochen vor dem Umzug darf und soll begonnen werden, die Katzen in den Transportkisten zu füttern. Somit verlieren sie ihre Scheu vor der Box. Im Gegenteil, sie beginnen sie zu mögen, nachdem sie durch die Fütterung für die Katze positiv besetzt ist. Im besten Fall marschieren sie freiwillig in den Transportkorb hinein und hinaus, ganz wie es ihnen beliebt, manchmal wird diese sogar zur Schlafhöhle auserkoren. Tritt dies ein, ist das die Premiumvariante!
Um darüber hinaus alles optimal zu gestalten, empfiehlt sich eine weitere Maßnahme, die die Wahrscheinlichkeit, dass der Umzug harmonisch abläuft, steigert. Es gibt seit einigen Jahren Sprays, die Katzen entspannen, wenn sie den Geruch diese Produkte einatmen. Es handelt sich hierbei um künstlich hergestellte Pheromone. Das sind Duftstoffe, die Katzen normalerweise absondern, wenn sie glücklich sind. Atmen die Tiere diese synthetisch hergestellten Stoffe beim Transport ein, hilft ihnen das zu relaxen. Deshalb ist es hilfreich, die Transportboxen mit einem derartigen Spray einzusprühen und auch die neue Wohnung mit diesen Düften zu versetzen. Hierfür empfehlen sich Verdampfer, die in die Steckdosen gesteckt werden und die Pheromone im Raum verbreiten. Diese Gerüche sind für den Menschen nicht wahrnehmbar und völlig ungefährlich. Sie sind frei verkäuflich und im Fachhandel oder beim Tierarzt erhältlich.
Ist das neue Domizil eingerichtet, darf die Katze direkt nachkommen. Sind die Räumlichkeiten sehr weitläufig, macht man dem Tier zunächst nur ein bis zwei Zimmer zugänglich, um sie nicht zu überfordern. Kleinere Wohnungen darf die Katze gleich im Ganzen erkunden. Freigänger, also Katzen, die auch nach draußen dürfen, darf man zu diesem Zeitpunkt keinesfalls ins Freie lassen. Sie wissen noch nicht, dass das neue Heim langfristig ihre Bleibe ist und finden deshalb unter Umständen nicht wieder heim. Wie lange eine Katze in der Wohnung gehalten werden muss, bevor sie diese als ihre eigene anerkennt und deshalb auch nach einem Ausflug dahin zurückkehrt, dafür gibt es keine fixe Regel. Die Empfehlungen schwanken diesbezüglich zwischen vier und sechs Wochen. Doch eine Garantie, dass die Mieze heimkehrt, gibt es leider nie. Sicherheitshalber sollte der Vierbeiner in jedem Fall gechippt und registriert sei, so dass potentielle Finder eine Chance haben, den eigentlichen Besitzer auszumachen und auf diese Weise für eine schnelle Rückkehr zu sorgen.
Den ersten Freigang gewährt man am besten bei schlechtem Wetter. Ist es draußen feucht und schmuddelig, sorgt die ungemütliche Witterung dafür, dass die Premieren- Streifzüge nicht ausufern und die Vierbeiner nach ihren Erkundungstouren zügig heimkehren.
Auch wenn es für Katzen kein Zuckerschlecken ist, es hat noch jede Katze einen Umzugüberstanden. Und häufig verbessert sich die Lebenssituation nach einem Ortswechsel für Mensch und Katze. Da machen die schöneren Lebensumstände die Eingewöhnung leicht.