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Gewalt gegen Tiere
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Gewalt gegen Tiere

Ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem

Der liebevolle Umgang mit Tieren sollte Teil der Erziehung sein. Foto: © Ursula Bauer
Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollten wiederholte und bewusst verübte Grausamkeiten an Tieren ernst genommen werden, da sie Persönlichkeitsdefizite wie schwaches Empathievermögen, geringe emotionale Kompetenz und mangelndes Unrechtsbewusstsein offenbaren.
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Im November 2021 brachte die Polizei eine tote männliche Katze in unser Tierheim in Roggendorf (Mecklenburg-Vorpommern), damit wir nachsehen, ob ein Mikrochip vorhanden ist. Das Tier war von einem Autofahrer an einem kleinen Sandparkplatz an der B 208 kurz vor dem kleinen Ort Dechow in Mecklenburg-Vorpommern gefunden worden. Allerdings ist der Kater nicht Opfer des Straßenverkehrs geworden: Um seinen Hals war ein Lederriemen derart eng zugeschnürt, dass er nur mit Mühe gelockert werden konnte. Alles deutete darauf hin, dass das Tier grausam erdrosselt und dann einfach an der Straße entsorgt wurde.

Leider ist das nicht der erste Fall dieser Art, mit dem es aktion tier zu tun hat: Im Dezember 2021 nahm der aktion tier Lottihof eine Igeldame auf, mit der Kinder zunächst „Fußball gespielt“ und anschließend versucht hatten, das Tier anzuzünden. Der Igel überlebte. Die Kolleginnen des aktion tier Tierheims Zossen (Brandenburg) konnten 2015 leider nichts mehr ausrichten. Eine Katze, die an einer Baracke in Wünsdorf baumelte, war bei Eintreffen unserer Mitarbeiter bereits tot.

„Die Igeldame, die im Dezember 2021 aufgefunden worden war und zum aktion tier Lottihof zur Versorgung gebracht wurde, muss furchtbare Qualen erlitten haben. Die Untersuchung bei der Tierärztin ergab, dass der Igel einen Hüftschaden erlitten hatte, der möglicherweise nicht geheilt werden kann und könnte dazu führen, dass die Igeldame nie wieder selbstständig in Freiheit leben kann, sondern bei uns bleiben müsste. Wildtiere gehören in die Freiheit, daher sind das keine besonders schönen Aussichten. Wir haben den Igel „Maja“ getauft und hoffen, dass sie sich wieder vollständig erholen kann."

Dieser Kater wurde anscheinend brutal stranguliert. © aktion tier Roggendorf
An einem Schlauch erhängte Katze © aktion tier Tierheim Zossen
Maja wurde misshandelt aufgefunden und kam zum aktion tier Lottihof. Foto: © aktion tier Lottihof
Bei der Igelin wurde ein Hüftschadenfestgestellt. Foto: © aktion tier Lottihof

Gewalt gegen Tiere ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem.

Entsprechende Horrormeldungen finden sich regelmäßig in den Medien. Es werden Pferde mit Stichen verletzt, Welpen bei lebendigem Leib verbrannt, Mäuse totgetreten, Kleintiere mit Feuerwerkskörpern in die Luft gesprengt, ein Hamster in der Mikrowelle gegrillt oder Katzenwelpen an die Wand genagelt. Vor allem im Internet, in sozialen Netzwerken wie Facebook und Myspace oder auf Videoportalen wie Youtube stellen Tierquäler ihre grausigen Taten fast stolz zur Schau. Besonders abscheulich sind sogenannte „Animal Crush Videos“, in denen Menschen Kleintiere meist mit den Füßen langsam zerquetschen.

Defizite, die in jungen Jahren noch eher ausgeglichen werden können als im Erwachsenenalter. Für Psychologen ist die kindliche Gewalt gegen Tiere immer ein Anzeichen für eine psychische Störung, die sich, wenn sie nicht entsprechend ernst genommen und behandelt wird, bis zum Erwachsenenalter fortsetzen und sogar extrem verstärken kann. Es gilt als erwiesen, dass ein Zusammenhang zwischen Tierquälerei und zwischenmenschlicher Gewalttätigkeit besteht.

Daher sollte Kindern und Jugendlichen, die zielgerichtet und ganz bewusst Tieren Schmerzen zufügen und dabei augenscheinlich Spaß empfinden, größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Unter Einbeziehung von Familie, Schule und mit Hilfe therapeutischer Maßnahmen können die zugrundeliegenden Störungen eventuell behoben werden.