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Das Landkärtchen
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Das Landkärtchen

Insekt des Jahres 2023

Das Landkärtchen (Araschnia levana)
Das Landkärtchen (Araschnia levana). Bild: © Jörg Hempel
Das Landkärtchen (Araschnia levana) ist das Insekt des Jahres 2023 in Deutschland. Diese Auszeichnung wird jährlich von der Naturschutzorganisation Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Gesellschaft für Entomologie Deutschlands vergeben, um auf die Bedeutung von Insekten als Bestandteil der Natur und deren Schutz aufmerksam zu machen.
Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

Das Landkärtchen ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Die auffälligste Eigenschaft des Landkärtchens ist der farbenprächtige Flügel mit seinen charakteristischen orangefarbenen Flecken und schwarzen Adern. Es kommt in weiten Teilen Europas und Asiens vor und besiedelt vorwiegend offene Landschaften wie Wiesen, Brachen oder Waldränder. Das Landkärtchen ist ein wichtiger Bestäuber von Pflanzen und trägt somit zur Erhaltung von Ökosystemen bei. Sein Bestand ist jedoch in vielen Regionen Europas rückläufig, unter anderem aufgrund von Lebensraumverlust und der Intensivierung der Landwirtschaft, des Einsatzes von Pestiziden und der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen. Auch der Klimawandel kann sich auf die Verbreitung und die Bestände der Art auswirken, da es für viele Insektenarten schwieriger wird, ihre Entwicklungszyklen den veränderten Wetterbedingungen anzupassen.

Raupe im letzten Larvenstadium auf einer Brennnessel. Bild: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0

Die Weibchen legen ihre Eier auf den Blättern von Brennnesseln ab, die als Nahrungspflanze für die Raupen dienen. Nach dem Schlüpfen fressen die Raupen die Blätter der Brennnesseln und entwickeln sich innerhalb von etwa vier Wochen zur Verpuppung. Das Landkärtchen überwintert als Puppe und schlüpft im Frühjahr als Falter aus. Die ersten Falter haben eine orangefarbene Grundfärbung mit schwarzen Flecken und sind daher auch unter dem Namen „Frühlingsgeneration“ bekannt. Die zweite Generation, auch „Sommergeneration“ genannt, hat dagegen eine dunklere Färbung mit weißen Flecken und kommt im Sommer vor.

Das Landkärtchen, hier die Sommergeneration. Bild: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0

Das Landkärtchen ist ein guter Flieger und kann weite Strecken zurücklegen. Es ernährt sich von Nektar und ist ein wichtiger Bestäuber von Pflanzen. Der Schmetterling hat viele natürliche Feinde wie Vögel, Spinnen und Raubinsekten, was seine Lebensdauer begrenzt. Insgesamt ist das Landkärtchen ein faszinierender Schmetterling, der aufgrund seiner auffälligen Färbung und seines Verhaltens bei vielen Menschen sehr beliebt ist. Aufgrund von Lebensraumverlust und der Intensivierung der Landwirtschaft ist der Bestand des Landkärtchens in vielen Regionen jedoch rückläufig, weshalb sein Schutz und Erhaltung von großer Bedeutung sind.

Um die Population des Landkärtchens zu schützen und zu erhalten, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich.

Dazu zählen zum Beispiel die Erhaltung und Schaffung von geeigneten Lebensräumen wie extensiv bewirtschaftete Wiesen, Brachen oder Randstreifen entlang von Feldern. Auch die Förderung von naturnahen Gärten und die Anlage von Blühstreifen können dazu beitragen, die Nahrungssituation für die Schmetterlinge zu verbessern. Darüber hinaus können gezielte Schutzmaßnahmen wie der Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und die Anlage von Schutzgebieten dazu beitragen, den Bestand des Landkärtchens zu stabilisieren.