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Der Ara ist Zootier des Jahres 2023
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Der Ara ist Zootier des Jahres 2023

aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Niedersachsen

Dunkelrote Aras in der Wildtierstation. Foto: Dr. Florian Brandes
Die Heimat der großen, farbenprächtigen Papageien liegt in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Aktuell kämpfen mehrere Arten um ihr Überleben.
Ein Bericht von Dr. Florian Brandes
Leiter der aktion tier Wildtierstation Sachsenhagen.

Daher wird sich die Kampagne, die von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) initiiert wird, dieses Jahr intensiv für den Schutz der Aras einsetzen. Partner sind die Gemeinschaft der Zooförderer (GdZ), die Deutsche Tierpark-Gesellschaft  (DTG) und der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ). Aus Mitteln, die für das ZdJ 2023 eingeworben werden sollen Schutzmaßnahmen für Rotohraras und Blaulatzaras in Bolivien sowie für den Kleinen und Großen Soldatenara in Ecuador umgesetzt und Umweltbildungsmaßnahmen gestartet werden. Spendengelder, die im Laufe des Jahres gesammelt werden, verstärken die Reichweite der Aktivitäten.

Die Wildbestände vieler AraArten sind in den vergangenen Jahren deutlich eingebrochen. Am bedrohlichsten ist der Lebensraumverlust, durch die immer stärkeren Eingriffe der Menschen. Von den 19 bekannten Arten sind mehr als die Hälfte gefährdet, von der Ausrottung bedroht oder wurden bereits ausgerottet.

Einer der Hauptgründe für den dramatischen Rückgang der Bestandszahlen vieler Ara-Arten ist der Verlust ihres Lebensraumes durch die Ausbreitung der besiedelten und landwirtschaftlichen Flächen.

Ihre Wälder fallen Viehweiden zum Opfer, und die für Aras überlebenswichtigen Brut- und Futterbäume werden für die Holzgewinnung verwendet. So leiden immer mehr Aras unter „akuter Wohnungsnot.“ Die verbliebenen Lebensräume sind mittlerweile so klein, dass einzelne Umweltereignisse eine ganze Population oder sogar eine komplette Art ausrotten könnten. Auch die Wilderei bedroht die bunten Schönheiten. Aufgrund ihres beeindruckenden Gefieders und ihres intelligenten Wesens sind Aras schon seit langer Zeit als Ziervögel begehrt. Ihr Verkauf verspricht hohe Einnahmen, und zusätzlich werden die Papageien wegen ihrer Federn, zum Zeitvertreib oder als Ernteschädlinge gejagt.

Kleiner Soldatenara. © Paul Jones

Auch in der aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen werden regelmäßig Aras aufgenommen, die von Behörden aus Arten- oder Tierschutzgründen eingezogen wurden. Sogar als Fundtiere werden Aras gelegentlich eingeliefert. Die Bedürfnisse dieser großen Papageien in Privathand zu erfüllen ist nicht einfach und erfordert große Volieren, in denen die geselligen Vögel mindestens paarweise gehalten werden sollten. Deswegen werden Aras von der Wildtierstation in der Regel nur an zoologische Einrichtungen weitergegeben, wo dauerhaft eine geeignete Unterbringung zur Verfügung steht.

Zuletzt zog der Gelbbrust-Ara Jacob bei uns ein, der vom Projektpartner aktion tier Kitty in Paderborn aus einer schlechten Haltung herausgeholt wurde. Hier ist er nun vergesellschaftet und fühlt sich sehr wohl.

Ein Gelbbrustara, Jacob, kam über das aktion tier Projekt Kitty in die Wildtierstation. Foto: Dr. Florian Brandes

Weitere Informationen zum Gelbbrustara

Eine Ergänzung von Alexandra Pfitzmann, Redaktion mensch und tier

Der Gelbbrustara ist ein imposanter und auffälliger Vogel, der vor allem durch sein prächtiges Gefieder auffällt. Mit einer Körperlänge von bis zu 90 Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 1,2 Metern zählt er zu den größten Papageienarten.

Sein Gefieder ist blau, gelb und grün und verleiht ihm ein unverwechselbares Aussehen. Besonders auffällig ist die leuchtend gelbe Brust, die bei vielen Gelbbrustaras bis zum Bauch hinunterreicht. Die Flügel und der Schwanz sind blau und die Augen sind dunkelbraun. Der Lebensraum des Gelbbrustaras erstreckt sich von Mexiko über Mittelamerika bis nach Südamerika. Hier bewohnt er vor allem Wälder, Savannen und offene Landschaften. Gelbbrustaras sind sehr anpassungsfähige Vögel und können auch in menschlichen Siedlungen wie Städten und Dörfern leben.

Bild: DejaVu Designs/ Freepik

Die Hauptnahrung der Gelbbrustaras besteht aus Früchten, Nüssen, Samen und Beeren. Gelegentlich fressen sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere wie Eidechsen oder Fledermäuse. Gelbbrustaras sind sehr soziale Vögel und leben entweder in Paaren oder in kleinen Gruppen von bis zu 20 Tieren. Sie sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages damit, nach Nahrung zu suchen und zu fressen.

Gelbbrustaras sind bekannt für ihre Fähigkeit, menschliche Sprache und Töne nachzuahmen. In freier Wildbahn nutzen sie verschiedene Rufe und Laute, um miteinander zu kommunizieren. Auch in menschlicher Obhut können sie lernen, Worte und Sätze zu sprechen. Gelbbrustaras haben eine hohe Intelligenz und können problemlos bis zu 50 Jahre alt werden.

Leider sind Gelbbrustaras durch den Handel für den Haustiermarkt und den Verlust ihres Lebensraums in ihrem Bestand gefährdet. In einigen Ländern wie Brasilien, Venezuela und Kolumbien sind sie geschützt, jedoch werden immer noch illegal Tiere gefangen und gehandelt.