Wenn Essen Bauchweh macht…
Lebensmittelunverträglichkeit bei Haustieren
Doch es muss nicht immer der Darm sein. Auch Juckreiz, hier vor allem bei Katzen und dann vor allem im Bereich des Gesichts, können ein Hinweis auf eine Allergie gegen Nahrungsmittel sein. Damit nicht genug. Ohrentzündungen beim Hund oder Durchfall bei Hund und Katze können durch Speisen, die vom Individuum nicht vertragen werden, ausgelöst werden.
Das Teuflische daran: Manchmal reagiert der Organismus sofort auf Dinge, die er nicht verträgt. Oft ist es aber so, dass die Symptomatik um Wochen(!) hinterherhinkt. Das heißt, das Tier frisst an Tag x irgendetwas, auf das es mit einem allergischen Schub reagiert, und der Juckreiz oder Durchfall zeigt sich erst viel später. Wie um Himmels willen soll man da herausfinden, in welchem Nahrungsbestandteil sich der Auslöser versteckt?
Beginn einer Eliminationsdiät
Nur, wenn alle anderen Ursachen definitiv ausgeschlossen worden sind, darf man beginnen, von einer echten Futtermittelunverträglichkeit zu sprechen. Jetzt kommt der für den Besitzer anstrengendste Teil. Es wird mit einer Eliminationsdiät begonnen. Das heißt, man wählt genau eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle aus, von der man vermutet beziehungsweise hofft, dass das Tier sie verträgt. Gängige Kombinationen sind Lamm mit Reis oder auch Pferd mit Pastinake. Das Futtermittel, für das man sich entschieden hat, wird nun ausschließlich verabreicht. Eisern! Das Tier darf nichts anderes bekommen, im besten Fall vier bis sechs Wochen lang. Da der Darm dermaßen hinterherhinkt, kann man erst nach Ablauf dieser Frist beurteilen, ob das Futter vertragen wird. Ist das nicht der Fall, wählt man eine neue Kombination. Funktioniert die erste Futtervariante hingegen gut, darf jetzt gezielt eine weitere Komponente hinzukommen, um die Palette langfristig etwas zu erweitern.
Hat man zu guter Letzt verträgliche Futtermittel identifiziert, kann man das Projekt mit einer so genannten Provokationsdiät abschließen. Hier wird dann wieder das ursprüngliche normale Futter gefüttert. Verschlechtert sich das Befinden des Tieres hierdurch wieder, hat man den endgültigen Beweis. Viele Besitzer verzichten aber auf diesen letzten Schritt. Ihre Nerven liegen nach den Wochen oder gar Jahren der problembeladenen Fütterung noch zu blank, als dass sie das Wohl ihres Tieres erneut durch unverträgliche Nahrung vorsätzlich erschüttern wollen. Sehr verständlich.
In einigen Fällen findet man aber leider auch des Rätsels Lösung nicht.
Dann bleiben nur anallergene Nahrungsmittel als Alternative oder eben die Gabe von Medikamenten übrig. Letztere haben bekanntlich Nebenwirkungen. Das Wirksamste ist in diesem Zusammenhang Kortison. Doch davon wird die Muskulatur abgebaut, der Hunger größer, das Immunsystem schwächer. Kurzfristig kein Problem, dauerhaft aber nicht zu empfehlen. Also bleiben die anallergenen Futtersorten, bei denen die einzelnen Nahrungsbestandteile hydrolysiert, also so zerkleinert und aufgespalten sind, dass von ihnen kein allergenes Potential mehr ausgeht. Glücklicherweise sind unsere Tiere nicht so sehr auf Abwechselung gepolt. Die meisten kommen gut damit zurecht, immer das gleiche Futter zu bekommen. Und wenn dafür der Bauch dafür nicht mehr schmerzt oder das Ohr nicht mehr juckt, schluckt man diese Kröte einigermaßen gern.
Durch eine Blutuntersuchung müssen Stoffwechselerkrankungen oder hormonell bedingte Krankheitsbilder abgeklopft werden. In diesem Zusammenhang schlagen hier beispielsweise die Bauchspeicheldrüse oder auch die Schilddrüse gerne mal Kapriolen. In Einzelfällen wird eine Biopsie vom Darm notwendig.