Achtung, Knubbel-Alarm!
Aus der Tiermedizin
Was sind Tumore in der Haut überhaupt?
Ganz einfach gesagt, handelt es sich um Wucherungen von Zellen auf oder unter der Haut. Diese Umfangsvermehrungen können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Gutartige Tumore sind in der Regel harmlos und wachsen langsam, ohne in andere Gewebe einzudringen oder sich im Körper auszubreiten. Sie bilden also keine Metastasen. Bösartige Tumore hingegen können aggressiver sein, schnell wachsen, umliegendes Gewebe zerstören und sich eben auch ausbreiten.
Keine Seltenheit: Wer ist betroffen?
Hauttumore sind tatsächlich ziemlich häufig bei Hunden und Katzen, besonders bei älteren Tieren. Bestimmte Rassen scheinen zudem anfälliger für bestimmte Tumorarten zu sein. Zum Beispiel neigen Boxer und Berner Sennenhunde eher zu Mastzelltumoren, während weiße Katzen ein höheres Risiko für Plattenepithelkarzinome an den Ohrrändern haben. Aber grundsätzlich kann es leider jeden unserer tierischen Freunde treffen.
Wie erkennt man einen Hauttumor?
Manchmal sind Hauttumore offensichtlich, aber oft sind sie auch sehr klein oder unter dem Fell versteckt. Regelmäßiges Streicheln und Abtasten der Fellnase ist daher Gold wert!
- Bemerkt man eine Beule oder einen Knoten, sollte man den immer einem Tierarzt zeigen.
- Kürzt man das Fell über der betroffenen Fläche, erleichtert dies das erneute Auffinden.
- Hat man eine Umfangsvermehrung entdeckt, sollte man sich notieren, wie groß diese ist und welche Qualität sie hat. Dazu gehören der Durchmesser oder die Länge, Höhe und Breite, die Form und die Beschaffenheit sowie eine mögliche Verfärbung. Ist die Stelle behaart oder unbehaart? Vergeht Zeit bis zum Tierarztbesuch, können bereits Veränderungen in diesem Zeitraum hinweisgebend sein, worum es sich handelt.
Wunden, die nicht heilen, können auch bei genauerem Hinsehen tumoröse Veränderungen sein.
Die Werkzeugkiste der Tierärzte: Diagnose und Behandlung
Um herauszufinden, was genau hinter dem Knubbel steckt, kann der Tierarzt verschiedene Methoden anwenden:
Feinnadelaspiration:
Dabei wird mit einer dünnen Nadel etwas Zellmaterial aus dem Tumor entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
Biopsie:
Hierbei wird eine kleine Gewebeprobe chirurgisch herausgeschnitten und in einem Labor histologisch eingeordnet. Das ist oft die sicherste Methode, um die Art des Tumors und seine Bösartigkeit zu bestimmen.
Bildgebende Verfahren:
In manchen Fällen können Röntgenaufnahmen oder Ultraschall helfen, die Ausdehnung des Tumors zu beurteilen und zu sehen, ob er bereits in andere Bereiche gestreut hat.
Die Behandlung von Hauttumoren hängt von der Art des Tumors, seiner Größe, seiner Lage und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres ab. Meist ist die chirurgische Entfernung das Mittel der Wahl. Darüber hinaus kommen auch bei unseren Vierbeinern Chemotherapie, Bestrahlungen oder eine Immuntherapie in Frage. Gibt es keine Aussicht auf Heilung, verschafft eine palliative Behandlung dem geliebten Haustier wenigstens eine qualitativ hochwertige verbleibende Lebenszeit.
Je eher, umso besser!
Auch wenn die Diagnose "Hauttumor" erst einmal beunruhigend ist, gibt es gute Nachrichten. Viele Hauttumore, besonders wenn sie frühzeitig erkannt werden, sind gut behandelbar. Regelmäßiges Abtasten durch den Besitzer ist daher entscheidend. So macht intensives Schmusen nicht nur Spaß, sondern hat auch einen präventiven Zweck.
Welche Tumorarten gibt es?
Bei Haustieren kommen eine ganze Reihe verschiedener Arten von Hauttumoren vor. An dieser Stelle können wir nur die häufigsten aufführen:
Lipome: Das sind häufig vorkommende gutartige Fettgeschwulste. Sie fühlen sich eher weich an, haben eine glatte Oberfläche und sind in der Haut verschieblich. In der Regel sind sie harmlos, können aber an ungünstigen Stellen (z.B. in Gelenknähe oder unter der Achselhöhle) störend sein.
Mastzelltumoren: Diese sind meist bösartig und besonders bei Hunden verbreitet. Sie können sehr unterschiedlich aussehen und sich auch in ihrem Verhalten stark unterscheiden. Manche bleiben relativ lange klein und harmlos, andere wachsen schnell und bilden Metastasen.
Melanome: Das sind Tumore der Pigmentzellen. Sie können gut- oder bösartig sein. Maligne Melanome sind oft aggressiv.
Plattenepithelkarzinome: Diese stets bösartigen Tumore entwickeln sich aus den Zellen der obersten Hautschicht. Sie treten häufig in der Mundhöhle oder an sonnenexponierten Stellen bei hellhäutigen Tieren auf und können lokal aggressiv sein.
Fibrosarkome: Das sind maligne Tumore des Bindegewebes. Besonders Katzen neigen zu dieser Tumorart. Sie können überall am Körper auftreten, wachsen sehr schnell und fühlen sich derb und unregelmäßig an. Will man eine Chance auf Heilung haben, muss der Tumor chirurgisch entfernt und dabei sehr großzügig umschnitten werden.
Histiozytom: Eine gutartige Tumorart, die vor allem bei jungen Hunden auftritt. Bildet sich von selbst – ohne Therapie – zurück.
Mammatumore: Hierbei handelt es sich um Veränderungen der Brustdrüse, leider oft bösartig.










