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Einschläfern – ja oder nein?
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Einschläfern – ja oder nein?

Eine schwere Entscheidung

Bild: © AdobeStock/Methaphum
Wer mit einem Haustier lebt, kennt auch sicherlich diese letzte schwere Entscheidung die man als verantwortungsvoller Tierhalter meistens zu treffen hat. Sie ist nicht einfach – aber richtig. Nun gibt es leider viele Tiere, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Einige von ihnen warten sehr lange, und andere bekommen niemals ein neues Zuhause. Sollte man diese Tiere auch einschläfern?
Ein Bericht von Patrice Krüger, aktion tier Partnerbetreuerin

Eine Frage, die sich mir nicht stellt – ich habe aber bemerkt, dass es einige Menschen gibt, für die das Einschläfern eines solchen Tierheimtieres akzeptabel und mal eben schnell entschieden ist. Zumindest von der Couch aus. Ich denke, es fängt schon bei dem Wort „einschläfern“ an. Es klingt sehr sanft. Das soll es auch sein und es ist auch genauso. Der Patient entschläft ganz sanft. Aber am Ende tötet man ein Tier. Für das eigene Haustier tut man dies, weil es keine Chance auf Besserung gibt und man ihm immer schlimmer werdende Leiden ersparen kann. Bei einem Tierheimbewohner, der z. B. schwer vermittelbar ist, gibt es meiner Meinung nach jeden Tag aufs Neue die Chance auf ein eigenes Zuhause. Jeden Tag kann jemand um die Ecke kommen und einen dieser Langzeitbewohner aufnehmen wollen. Mir ist natürlich auch klar, dass dies leider nicht für jedes Tier zutrifft. Aber diese Hoffnung stirbt immer zuletzt und erst zusammen mit dem Tier. Und zwar dann, wenn es die Natur vorgibt und nicht der Mensch.

Patrice Krüger hat ihre beiden Kangal Hunde auch aus dem Tierheim geholt und ihnen ein neues Zuhause gegeben, Bild: © privat

Für viele Tierheimtiere ist das Leben im Tierheim sicherlich kein Traum, aber für einige eine Verbesserung ihres vorherigen Daseins.

Es gibt täglich Futter, Zuwendung und Auslauf. Natürlich gibt es Beschäftigung und Zuwendung nicht in dem Ausmaß wie es in einem vernünftigen Zuhause möglich wäre, aber das ist oftmals trotzdem mehr als manch einer in seinem alten „Zuhause“ bekommen hat. Sicherlich gibt es auch Tiere, die unter dem Tierheimalltag leiden. Für diese Tiere werden Pflegeplätze gesucht, damit sie von dort aus vermittelt werden können. Auch diese Pflegeplätze sind leider sehr knapp. Aber wäre es dann nicht sinnvoller, sich selbst einmal zu hinterfragen, ob es möglich wäre, so ein Pflegeplatz anzubieten oder ob man jemanden kennt, der das machen würde, bevor man einfach ein Tier einschläfern lassen möchte, dass man noch nicht einmal kennt?

Wir haben Hunde und Katzen durch unsere Züchtungen erschaffen, also müssen wir auch die Verantwortung für sie übernehmen und sie versorgen.

Einen Langzeitbewohner einschläfern zu lassen, bedeutet ihn aufzugeben und ihm die Chance auf ein eigenes Zuhause zu nehmen. Das widerspricht auch meiner tierschützerischen Natur. Wer im Tierschutz tätig ist, hat in der Regel einen kämpferischen Charakter. Tierschutz bedeutet immer zu kämpfen. Für die Rechte der Tiere, für besseren Umgang, Respekt usw. und nicht einfach aufzugeben, nur weil das Tier Probleme hat und deshalb vielleicht kein zu Hause findet.

Tiere aus dem Tierheim haben die Chance auf ein gutes, neues Zuhause verdient. Bild: © Patrice Krüger

Wir haben Hunde und Katzen durch unsere Züchtungen erschaffen, also müssen wir auch die Verantwortung für sie übernehmen und sie versorgen. Es kann nie die Lösung sein, sie einfach einschläfern zu lassen, weil wir vielleicht keinen passenden Menschen für sie finden werden. Besser wäre es durch eigenes Vorleben und Aufklärung den Menschen aufzuzeigen, was es bedeutet Haustiere zu halten, bevor es zu einer Fehlentscheidung kommt. Oder selber einen dieser Langzeitbewohner aufzunehmen oder im Tierheim durch gemeinnützige Arbeit diesen Tieren zu helfen, oder?

Unüberlegt angeschaffte Tiere landen häufig im Tierheim. Bild: © aktion tier, Ursula Bauer

Falls Sie darüber nachdenken, sich ein Tier anzuschaffen, möchten wir Ihnen unsere aktion tier Broschüren ans Herz legen. Diese können Sie kostenfrei herunterladen unter „Downloads“ auf unserer Website www.aktiontier.org oder telefonisch bestellen unter 030 3011162-55 oder per E-Mail unter shop(at)aktiontier.org.