Wer nagt an den Gartenmöbeln?
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Alle bei uns vorkommenden elf Arten der Echten Wespen (Vespidae), zu denen unter anderem die Gemeine und die Deutsche Wespe sowie die Hornisse zählen, bauen Nester aus zerkauten Cellulosefasern – also im Prinzip aus Papier. Die meisten Arten bevorzugen als Baustoff leicht verwittertes, unbehandeltes Holz zum Beispiel von Gartenmöbeln, die längere Zeit im Freien standen. Andere verwenden vollständig verwittertes Holz. Auch die Oberflächen von älteren Schilfrohrmatten, die häufig als Sichtschutz zum Beispiel an Balkonen angebracht werden, sind beliebt.Mit Hilfe des Oberkiefers schaben die Insekten im Rückwärtsgang kleine Holzbahnen ab, die sie mit Speichel vermengen und zu einem Knäuel drehen. Diese Klümpchen werden zum Nest transportiert, auseinandergezogen und als hauchdünne Streifen mit viel Speichel angeklebt. So entsteht die meist mehrschichtige Außenhülle des Nestes sowie die Waben im Innern. Wurden verschiedene Sorten von Baumaterial verwendet, erkennt man dies an den unterschiedlich farbigen Streifen.
Die kunstvollen und je nach Art sehr unterschiedlichen Wespennester werden nur für eine Saison gebaut und nie ein zweites Mal bezogen. Im Herbst sterben alle Wespen bis auf die befruchteten Königinnen, die an einem geschützten Ort überwintern und dann im kommenden Frühjahr mit dem Bau eines völlig neuen Nestes beginnen.Es macht Freude, die emsigen Insekten beim Knabbern zu beobachten. Gehen Sie ruhig näher ran. Die Tiere sind viel zu beschäftigt, als dass sie sich um Menschen kümmern würden. Also keine Panik: Die wollen nur nagen!