Auf die Wahl der Pflanzen kommt es an
Mein tierfreundlicher Garten
Leider wird permanent Natur zerstört oder durch intensive Nutzung, verbunden mit dem Einsatz von Pestiziden, für die meisten Lebewesen wertlos. Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind dadurch vom Aussterben bedroht. Dieser Tendenz können wir entgegenwirken, indem wir unseren Garten in ein Stückchen Natur mit heimischen Arten verwandeln.
Dass heimische Pflanzen im Gegensatz zu fremdländischen für die hiesige Tierwelt extrem wichtig sind, zeigen die folgenden Beispiele:
- über 30 Vogelarten fressen die Früchte unseres heimischen Weißdorns (Crataegus spec.). Die Beeren des häufig angepflanzten, nah verwandten, aber aus Amerika stammenden Scharlach-Weißdorn (Crataegus pedicellata) finden dagegen nur zwei Vogelarten schmackhaft.
- Die Wacholderbeeren des bei uns heimischen Juniperus communis mögen sogar über 40 Vogelarten, während die Früchte des bei vielen Gartenbesitzern beliebten China-Wacholders (Juniperus chinensis) so gut wie keine Abnehmer finden.
Unsere Insekten sind auf heimische Pflanzen „programmiert“. Nehmen wir als Beispiel die Schmetterlinge. Die erwachsenen Falter saugen meistens Nektar, die süße Absonderung der Pflanzenblüten, wo immer sie ihn finden. Also auch bei Blüten fremdländischer Pflanzenarten.
Anders verhält es sich bei den Schmetterlingsraupen. Diese benötigen einheimische Fraßpflanzen und sind häufig auf eine oder einige wenige Arten spezialisiert. Wenn wir den erwachsenen Falter in unserem Garten erleben möchten, müssen wir seiner Raupe die entsprechende Futterpflanze zur Verfügung stellen. Rund 50 unserer heimischen Schmetterlingsarten nutzen die Brennnessel als Raupen-Fraßpflanze. Typische `Brennnessel-Schmetterlinge ́ sind Tagpfauenauge, Landkärtchen und Kleiner Fuchs. Ihre Raupen ernähren sich ausschließlich von Brennnesseln (Urtica dioica), die Sie zumindest in einem kleinen Eckchen im Garten wachsen lassen sollten.
Pflanzen stellen die Ernährungsgrundlage zahlreicher Insekten dar, die entweder Teile davon fressen, ihren Saft trinken oder ihre Blüten besuchen, um Nektar und Pollen zu sammeln. Diese Insekten wiederum dienen räuberisch lebenden Arten als Nahrung. Beide Gruppen sind lebenswichtig für zahlreiche Wirbeltiere wie Eidechsen, Vögel, Fledermäuse, Maulwürfe, Igel und Spitzmäuse, die sich vorrangig oder sogar ausschließlich von Insekten ernähren.
Dass heimische Pflanzen im Gegensatz zu fremdländischen für die hiesige Tierwelt extrem wichtig sind, zeigen die folgenden Beispiele:
Nicht nur Exoten, sondern auch züchterisch veränderte Pflanzen sind für blütenbesuchende Insekten wenig attraktiv. Bei gefüllten Blüten ist für Insekten nichts mehr zu holen, da diese entweder keinen Nektar und keinen Pollen mehr produzieren oder die Tiere nicht an das Innere der Blüten herankommen.
Synthetische Düngemittel und Torfprodukte
Synthetische Düngemittel und auch sämtliche Torfprodukte gehören nicht in einen tierfreundlichen Naturgarten. Kunstdünger belastet die Umwelt, und außerdem mag es der naturnahe Garten grundsätzlich mager. Wenn das im Garten anfallende Laub und der Grasschnitt nicht „entsorgt“, sondern unter Bäumen und Sträuchern verteilt werden, können Pflanzen daraus wichtige Nährstoffe zurückgewinnen.