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Gefahrenquellen für Tiere ausschalten
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Gefahrenquellen für Tiere ausschalten

Durch Fadenmäher verletzter Igel. Foto: © aktion tier Igelzentrum Niedersachsen
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Keine Gartenmaschinen verwenden

Wenn möglich, sollte in einem tierfreundlichen Naturgarten grundsätzlich auf den Einsatz von Maschinen verzichtet werden. Vor allem durch Tellersensen, Fadenmäher und Rasentrimmer werden zahlreiche Kleintiere getötet und auch regelmäßig Igel schwer verletzt. Auch durch motorbetriebene Rasenmäher finden viele Kleintiere den Tod. Umwelt- und tierfreundlich sind der gute alte Spindelmäher, verschiedene Handsensen und -sicheln sowie Heckenscheren für Sträucher.

Vorsicht beim Baumschnitt

Im zeitigen Frühjahr werden gerne Bäume beschnitten oder gefällt. Ab Januar, also noch bevor Vögel mit dem Brutgeschäft beginnen, haben unsere Eichhörnchen bereits Junge, und es besteht die Möglichkeit, dass sich in dem betreffenden Baum ein Nest mit Babys befindet. Oft sind diese Kobel sehr gut versteckt. Man sollte daher vor der geplanten Aktion die Umgebung und den Baum genau beobachten. Einen deutlichen Hinweis gibt häufig das Muttertier selbst, das regelmäßig den Brutbaum verlässt und den Stamm dann einige Zeit später wieder hochklettert. In diesem Fall muss man jede Maßnahme an dem Baum um mindestens 6 Wochen verschieben, um das Eichhörnchen bei seinem Brutgeschäft nicht zu stören. Aktiv genutzte Tiernester dürfen gemäß Bundesnaturschutzgesetz nicht zerstört werden.

Kein Feuer im Garten

Gartenabfälle wie Laub, Rasen und Baum- oder Strauchschnitt sollten grundsätzlich nie verbrannt werden. Abgesehen von der Geruchsbelästigung und der Umweltbelastung werden auch alle in den Abfällen befindlichen Lebewesen durch das Feuer getötet.

Regentonnen abdecken

Alle Wasserbehältnisse mit hohen, glatten Wänden, wie etwa Regentonnen, sind für Tiere gefährlich. Durstige Vögel, Eichhörnchen, Mäuse und Insekten, die hineingefallen sind, kommen nicht mehr heraus und ertrinken.

Schächte und Treppen sichern

Offene Lichtschächte sollten ebenfalls abgedeckt werden, damit Tiere gar nicht erst hineinfallen. Ein Gitterrost ist aufgrund der Löcher kein ausreichender Schutz. Außerdem befinden sich an den meisten Häusern steile Außentreppen, die zum Keller führen. Es kann vorkommen, dass Tiere auf ihrem Weg durch den Garten diese Treppen herunterfallen oder auch hinabsteigen. Vor allem Igel und Amphibien wie Kröten und Molche, die nicht so gut klettern können, kommen dann nicht mehr aus eigener Kraft hinauf. Daher sollten Außen- Kellertreppen zum Beispiel mit einem quergestellten Brett gesichert werden. Am besten ist es, den gesamten Schacht mit einem Spezialblech abzudecken.

Keine Netze über Obststräucher und -bäume

Netze, die häufig in Gärten für Obstbäume und -sträucher als Schutz vor naschenden Vögeln verwendet werden, gehören nicht in einen tierfreundlichen Garten. Denn nicht nur Vögel, sondern auch Igel, Eichhörnchen und viele andere Tiere können sich darin verfangen und qualvoll sterben.

In Regentonnen ist schon so manches Tier grausam ertrunken. Foto: © Ursula Bauer
Verwaistes Eichhörnchenbaby. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Tödliche Gefahr, nicht nur für Igel und Mäuse. Foto: © Ursula Bauer
Netze, die häufig in Gärten für Obstbäume und -sträucher als Schutz vor naschenden Vögeln verwendet werden, gehören nicht in einen tierfreundlichen Garten.Foto: © Ursula Bauer
Im Netz verfangenes Vogelküken. Foto: © Ursula Bauer

Scheibenanflüge verhindern

Ein lauter Knall am Fenster – danach Totenstille. Wieder einmal ist ein Vogel gegen eine Glasscheibe geflogen. Je nach Lichteinfall spiegeln Fenster die umgebende Landschaft, so dass Vögel arglos darauf zufliegen. Betroffen sind vor allem im Herbst die noch unerfahrenen Jungvögel.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Scheibenanflüge zu vermeiden. Generell ist Milch- oder Strukturglas aufgrund der geringeren Reflektion weniger gefährlich. Auch vorgezogene Gardinen und Rollos machen Glasflächen für Vögel besser erkennbar. Gute Erfolge wurden ferner mit beweglichen Elementen wie Mobiles erzielt. Auch der sogenannte „birdpen“ ist ein effektives Hilfsmittel. Mit diesem Stift kann ein für Menschen kaum sichtbares Muster auf Scheiben gemalt werden, die hierdurch von Vögeln besser gesehen werden sollen. Als weitgehend wirkungslos haben sich dagegen schwarze Greifvogel- Silhouetten erwiesen. Übrigens vermindern Staub und Schmutz ebenfalls die Reflektion. Glasscheiben nicht so häufig zu putzen ist folglich ein wirkungsvoller und für alle, die Hausarbeit nicht mögen, sicher willkommener Beitrag zum Vogelschutz.

Durchgänge schaffen

Der tierfreundliche Garten sollte nach außen nicht hermetisch abgeriegelt werden. Verschiedene „Fußgänger“ unter den Tieren wie Igel haben größere Reviere und müssen Grundstücksgrenzen problemlos passieren können.Damit unser Garten ein Vernetzungselement und keine Einbahnstraße ist, in der ein Tier unter Umständen sogar gefangen ist, müssen durchgehende Zäune oder Mauern entsprechende Durchlässe aufweisen. Mehrere Löcher von etwa 13 x 13 Zentimeter sind ausreichend. Oder Sie ziehen den Zaun gleich so, dass er ca. 10 cm oberhalb des Bodens endet.

Diese Singdrossel hat den Aufprall auf eine Glasfront nicht überlebt. Foto: © Ursula Bauer
Greifvogelsilhouetten sind unwirksam. Foto: © Ursula Bauer
Mit dem birdpen Scheibenanflüge verhindern. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer
Dieser bis zum Boden reichende Zaun ist für viele Tiere nicht passierbar. Foto: © Ursula Bauer
Unter diesem Zaun kann sogar ein Igel bequem durchschlüpfen. Foto: © Ursula Bauer
Der Garten darf für Tiere nicht zum Gefängnis werden. – Igel auf der Suche nach einem Durchgang. Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Statt Gift im Garten Nützlinge fördern

Die Verwendung von Gift ist im tierfreundlichen Garten tabu. Schneckenkorn oder Gartendünger mit Blaukorn können Säugetiere töten, wenn sie gefressen werden. Auch auf Bäume aufgesprühte In- sektenvernichtungsmittel können Eichhörnchen, die an Baumteilen nagen oder die Früchte fressen, das Leben kosten.

Schneckenkorn tötet nicht nur Nacktschnecken, sondern auch die nützliche und geschützte Weinbergschnecke (Helix pomatia). Foto: © Ursula Bauer