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Gehölze
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Gehölze

Mein tierfreundlicher Garten

„Ich möchte alt werden!“ Informieren Sie sich vor dem Pflanzen über die Endgröße eines Baumes. © Ursula Bauer
Bäume und Sträucher sind mit ihren unterschiedlichen Wuchshöhen wichtige Strukturelemente und bringen `tierisch ́ viel Leben in den Garten. Außerdem vergrößern Blätter und äste mit ihrer umfangreichen Oberfläche den Lebensraum für Tiere. Nicht nur zahlreiche Säugetiere und die meisten Vögel sind auf Gehölze angewiesen, die sie als Nist- und Versteckmöglichkeiten nutzen und von deren Früchten sie sich ernähren. Die Blätter von Bäumen und Sträuchern außerdem von Raupen und Käfern gefressen, und die Blüten liefern vielen Insekten Nektar.
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Beispiele für die ökologische Bedeutung einheimischer Gehölze:

  • In Bezug auf unsere heimische Tierwelt leben in und an den beiden hiesigen Eichen (Quercus robur und Quercus petrea) die meisten Insektenarten. An keiner anderen Baumart wurden über 150 Großschmetterlingsarten, über 500 holzbesiedelnde Käfer und über 400 weitere, zum Teil räuberisch lebende Insekten nachgewiesen.
  • Auch die Zitter-Pappel oder Espe (Populus tremula) ist für Tiere wie Raupen von über 30 heimischen Schmetterlingsarten wie Großer Eisvogel, Großer Schillerfalter und Trauermantel eine wichtige Futterpflanze.
  • Auf Weißdorn (Crataegus monogyna und Crataegus laevigata) leben etwa 150 Insektenarten wie Käfer, Wanzen, Wildbienen, Wespen und Schmetterlinge. Außerdem ernähren sich mehr als 30 Vogelund viele Säugetierarten von seinen roten Früchten.
  • Die Beeren des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) werden von ca. 60 Vogelarten gefressen.

Einzelbäume

Mindestens ein ökologisch wertvoller, heimischer Lauboder Obstbaum sollte in jedem Garten stehen. Nur wenn wirklich genug Platz ist, können es auch mehrere sein. Geeignete Bäume (Endhöhe 10 bis über 20 m) für große Gärten sind Stieleiche (Quercus robur), Zitter-Pappel (Populus tremula), Birke (Betula pendula), Grauerle (Alnus incana), Hainbuche (Carpinus betulus) und Feld-Ahorn (Acer campestre).

In einen kleinen Garten sollte man nur Bäume pflanzen, die höchstens 10m hoch werden wie beispielsweise Salweide (Salix caprea), Reifweide (Salix daphnoides), Eberesche (Sorbus aucuparia) und Holzapfel (Malus sylvestris). Von den Obstbäumen sind Apfel (Malus domestica) und Pflaume (Prunus domestica) empfehlenswert. Nicht nur für die Tiere, sondern auch als kulinarische Bereicherung für den Gartenbesitzer. Lassen Sie Ihre Bäume bitte alt werden, denn Altbäume sind äußerst wertvoll.

Entstehende Löcher und Höhlungen sind wichtig für höhlenbrütende Vögel wie Gartenrotschwanz, Buntspecht, Kleiber und Meise. Eichhörnchen nutzen Baumhöhlen als Vorratskammer, Fledermäuse und Siebenschläfer als Nisthöhlen und Winterquartiere. Auch Hornissen und Wildbienen legen ihre Nester gerne in Höhlungen von Bäumen an.

Viele Vögel, darunter die Kohlmeise, ernähren sich von den Früchten heimischer Gehölze. © Ursula Bauer
Die Larve des auffällige Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) entwickelt sich im Holz von Alteichen. © Ursula Bauer
Aus Holunderbeeren kann man auch Saft und Marmelade herstellen. © Ursula Bauer
Die Birke – Betula pendula – kann bis zu 150 Jahre alt und bis zu 30m hoch werden. © Ursula Bauer
Obst aus dem eigenen Garten ist nicht perfekt, aber gesund und schmackhaft. © Ursula Bauer
Im zeitigen Frühjahr sind blühende Ostbäume wie diese Kirsche wichtige Nektarquellen für Insekten. © Ursula Bauer
Der seltene Klarapfel ist nicht nur äußerst lecker, sondern außerdem ein guter Pollenspender und daher insektenfreundlich. © Ursula Bauer
Für Fledermäuse sind Baumhöhlen sehr wichtig. © Ursula Bauer

Sträucher

Den meisten Nutzen für die heimische Tierwelt bringt eine gemischte, möglichst lange Hecke. Allerdings kommen die Sträucher einer oft gestutzten Schnitthecke meist nicht zum Blühen und Fruchten. Wenn genug Platz vorhanden ist, wäre es daher besser, den Heckensträuchern die Möglichkeit zur freien Entfaltung zu geben. ökologisch wertvolle heimische Straucharten sind Haselnuss (Corylus avellana), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) und Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum). Dornensträucher wie Schlehdorn (Prunus spinosa), Weißdorn (Crataegus laevigata, Crataegus monogyna), Hundsrose (Rosa canina), Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) und Brombeere (Rubus fruticosus) sollten in keiner Hecke fehlen, da sie zusätzlich die Vogelbrut vor Elstern, Katzen und anderen Raubtieren schützen. Kaufen Sie Strauch- und Baumarten, die bei Ihnen in der Natur wachsen. Diese sind heimisch und standorttypisch und werden sicherlich in Ihrem Garten gut gedeihen.

Schlehdorn – Prunus spinosa – blüht nicht nur hübsch, sondern ist mit seinen Dornen auch ein wichtiger Vogelschutzstrauch. © Ursula Bauer
Die heimische Berberitze (Berberis vulgaris) passt sehr gut in eine Wildstrauchhecke. © Ursula Bauer
Schauen Sie sich die Artenzusammensetzung eines naturnahen Feldgehölzes in Ihrer Umgebung an. © Ursula Bauer