aktion tier unterstützt Taubenfreunde in Limburg
Stadttauben – gefiederte Obdachlose
Die Stadt Limburg a. d. Lahn hat im November 2023 entschieden, die Stadttaubenpopulation durch Töten per Genickbruch zu reduzieren. Wir (Tierschützer, organisiert um das Stadttaubenprojekt Limburg) haben darauffolgend die Bürgerinitiative "Stoppt das Taubentöten!" mit dem gleichnamigen Bürgerbegehren ins Leben gerufen. Das Bürgerbegehren war erfolgreich. Dennoch hielt die Stadt am Beschluss zum Töten fest. Es kam am 9. Juni zum Bürgerentscheid.
Bei einer unserer Demonstrationen hat uns eine teilnehmende Person ein Exemplar der Broschüre "Stadttauben – gefiederte Obdachlose" von aktion tier – menschen für tiere e.V. zur Verfügung gestellt. Wir fanden sie so klasse, dass wir direkt bei aktion tier angefragt haben, wie wir zu einer größeren Stückzahl kommen könnten. aktion tier hat der Bürgerinitiative dann großzügigerweise 3.000 Exemplare zur Aufklärung über die Stadttauben und deren Problematiken kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wir sind sehr dankbar für diesen Beitrag, da wir die Broschüren gut im Wahlkampf für den Bürgerentscheid gegen die Tötung der Stadttauben in Limburg nutzen können.
Das Stadttaubenprojekt Limburg kümmert sich um verletzte oder verirrte Tiere, lässt ihnen medizinische Pflege zukommen und bietet eine Pflegevoliere für Tiere, die nicht mehr alleine auf der Straße überleben können. Des Weiteren werden nach Möglichkeit Eier in den erreichbaren Wildbrutstätten gegen Attrappen ausgetauscht.
So ging es weiter
Wir ließen sofort rechtliche Schritte prüfen. Tauben haben, wie alle Tiere, ein im Grundgesetz verankertes Recht auf Leben und Unversehrtheit. Auch das Tierschutzgesetz stellt die Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund unter Strafe. Ein „vernünftiger Grund“ liegt unserer Meinung nach in Limburg nicht vor, da es effektivere und nachhaltigere Alternativen zur Bestandsreduzierung gibt. Allgemein bekannt sind zum Beispiel betreute Taubenschläge, in denen die Eier durch Attrappen ausgetauscht werden. Wir hätten Strafanzeige erstattet, falls mit dem Töten begonnen worden wäre. Dazu kam es zum Glück bis zur Drucklegung dieses Journals nicht.
Zwischenzeitlich hat Gut Aiderbichl in Bayern angeboten, 200 Tauben aus Limburg aufzunehmen, wenn die Stadt die Tiere fängt und in den Süden fährt. Das Vorhaben war bis zur Drucklegung noch nicht umgesetzt worden. Trotz der allseitigen Jubelrufe hält aktion tier das Fortschaffen von 200 Vögeln lediglich für medienwirksam, jedoch keinesfalls für nachhaltig und daher unsinnig. Die in einer Stadt begrenzten Nistplätze werden von nachrückenden Jungtauben sofort wieder besetzt, wenn Altvögel verschwinden. Das wird auch in Limburg der Fall sein. Egal, wie viele Tauben man wegbringt. Außerdem sterben immer zahlreiche Küken in ihren Nestern, wenn Elterntiere weggefangen werden.

Man wird perspektivisch die Anzahl der Stadttauben in Limburg nur durch Geburtenkontrolle konstant halten können. Mit ein oder zwei betreuten Taubenschlägen sollte dies möglich sein. Damit der Erfolg von Dauer ist, müssen parallel die früheren Brutplätze der Vögel unbrauchbar gemacht werden. Die durch den Umzug der Tiere in einen betreuten Schlag freigewordenen Nistmöglichkeiten werden sonst schnell von Jungtauben besetzt, die bisher keine Chance auf einen Brutplatz hatten. Mit stabilen Gittern und sogenannten Schrägblechen lassen sich Nist- und Ruheplätze effektiv und tierfreundlich verbauen.
Die Tauben-Aktivisten in Limburg werden sich auch weiterhin für diese tiergerechte Lösung einsetzen – unterstützt durch unsere Broschüren.

Unseren Taubenflyer können Sie kostenfrei im aktion tier Shop unter shop.aktiontier.org, telefonisch unter 030 3011162-55 oder per Mail unter shop(at)aktiontier.org bestellen.


