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Botulismus – Lebensgefahr für Enten und Schwäne
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Botulismus – Lebensgefahr für Enten und Schwäne

Bitte füttern Sie kein Brot an Seebewohner!

So nicht! Ganze Brote oder Brötchen sind hier hingeworfen worden, der Großteil wird im Wasser verrotten.
Immer wieder sieht man sie, die Eltern, die mit ihren Kindern am See spazieren gehen und aus einer Tüte Brotreste an die Enten und Schwäne verfüttern. Natürlich kommen die Tiere fröhlich schnatternd, und die Eltern denken, sie machen doch alles richtig. Aber – weit gefehlt! Die Gefahr, die vom Brot füttern ausgeht, ist riesengroß!
Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

In einigen Städten und Gemeinden wurden endlich Schilder aufgestellt mit dem Warnhinweis „Füttern verboten!“ und einer kleinen Erklärung, warum dem so ist. Wenn Enten und Schwäne trockenes Brot oder sogar Gebäck zu sich nehmen und dann trinken, so quillt es schnell auf und enthält zu viel Zucker, Hefe und Salz. Brot enthält als industriell verarbeitetes Lebensmittel Farbstoffe, Aromen und ggf. Konservierungsmittel, die ungesund sind. Es macht die Vögel dick und führt nach und nach zu einer Organverfettung. Gleichzeitig besteht immer die Gefahr, dass trockenes Brot bereits verdorben oder sogar schimmelig ist. Schimmelpilze sind sowohl für den Menschen als auch für Vögel und andere Tiere giftig. Auch gibt es Menschen, die ganze Toastbrotscheiben ins Wasser werfen. Dies macht gar keinen Sinn, da die Tiere nun einmal keine Zähne haben. Die Scheibe Brot saugt sich dann voll mit Wasser und sinkt zu großen Teilen auf den Grund des Gewässers, wo es das Wasser dann verschmutzt.

Die Wasserqualität eines Sees leidet

Völlig unterschätzt wird die Gefahr für die Wasserqualität des Sees. Hineingeworfene Brotbrocken und ein vermehrter Entenkot bewirken eine Anreicherung des Wassers mit zusätzlichen Nährstoffen, weswegen sich immer mehr freischwimmende Algen bilden. Dadurch erreicht weniger Sonnenlicht den Seegrund wodurch wiederum die Unterwasserpflanzen in ihrer Photosynthese behindert werden und letztlich absterben. In einem nährstoffreichen Schlammboden entwickelt sich das Bakterium „Clostridium botulinum“ ganz hervorragend, was aber bei Tieren eine tödliche Vergiftung auslösen kann. Tiere wie Enten, Schwäne oder auch Gänse, „gründeln“, d.h. sie zerwühlen mit ihren Schnäbeln den Gewässergrund und befinden sich bei einer Verklappung des Sees in Lebensgefahr. Das vom Bakterium ausgehende Gift lähmt den Bewegungsapparat des Tieres, die Atmung und das Herz. Die Tiere ertrinken, weil es ihnen nicht mehr gelingt, den Kopf über Wasser zu halten.

Das Füttern von Brot kann zu massiven Mangelerscheinungen führen. Brot ist einfach zu nährstoffarm. Während einer bevorstehenden Brutzeit kann dies zu dünnschaligen Eiern oder zu einer tödlichen Legenot bei Weibchen führen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass aufgrund des erhöhten und sehr bequemen Nahrungsaufkommens durch regelmäßiges Füttern von Brot und Co. die Populationsdichte der Tiere an diesem Platz meist sehr viel höher ist. Die Tiere vermehren sich schneller, da sie sich auf diese übervölkerten Futterplätze konzentrieren. Krankheiten werden schneller übertragen, und der Konkurrenz-Stress ist hoch.

Vor allem in den heißen Sommermonaten kann ein Gewässer leicht umkippen, wenn Blüten, Abwässer, Pollen und eben auch Brot hineingelangt. Denn warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff als kaltes Wasser. Durch den niedrigen Sauerstoffgehalt können Fische und Pflanzen qualvoll ersticken.

Solche Tafeln helfen Seebesuchern ein Fütterungsverbot zu verstehen. Foto: © Alexandra Pfitzmann

Durch herumliegendes Futter werden Tiere wie Ratten oder Mäuse angelockt, die sich in Folge des reichhaltigen Futterangebots rasant vermehren.