Vogel des Jahres 2019
Die Feldlerche, Alauda arvensis
Als Grund für den Rückgang der Bestände sieht der Naturschutzbund die Intensivierung der Landwirtschaft. Heutzutage würden die Wiesen bis zu vier Mal im Jahr gemäht. Da bleibt der Feldlerche nicht mehr genügend Zeit um ihre Jungen großzuziehen. Gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband wurde das Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ initiiert mit dem Ziel, möglichst viele Landwirte für die Anlage von „Feldlerchenfenstern“ zu gewinnen. Das bedeutet, eigens angelegte Freiflächen inmitten von Acker oder Feld, denn Feldlerchen leben von Unkrautsamen, frischem Grün und kleinen Insekten. Schon zwei dieser Fenster pro Hektar sollten ausreichen, um den Bruterfolg der Feldlerche deutlich zu erhöhen.
Das jubelnde Lied der Feldlerche ist untrennbar mit den Feldern in Europa verknüpft. Während des Singfluges flattert das Männchen etliche hundert Meter gerade hinauf und kehrt dann in langen Spiralen zur Erde zurück. Nur für die Feldlerchenweibchen ist dieser Gesang eine Liebeserklärung. Für alle anderen Vögel heißt es „Halt“! Hier ist mein Revier. Die Nester der Feldlerchen stehen sowohl gut versteckt als auch völlig frei, so dass vielfach erst später durch nachwachsende Vegetation Deckung geboten wird. Der Nestbau und das Brutgeschäft von Mitte April bis Juli ist Sache des Weibchens bei zwei bis drei Jahresbruten in einer Gelegegröße von 3-5 weißlich bis rahmfarbigen Eiern. Am Füttern und Führen beteiligen sich die Eltern gemeinsam. Die jungen Nesthocker verlassen das Nest flugunfähig nach zehn Tagen und sind nach 20 Tagen fit.
Was alle europäischen Lerchen in ähnlicher Deutlichkeit charakterisiert ist der sogenannte Lerchensporn: die ausgeprägte, gestreckte Kralle an der nach hinten gestellten Daumenzehe. Dieses Charakteristikum gab auch einer Blume den Namen, die – ähnlich wie der namensgebende Vogel – als Frühlingskünder gilt. Es ist der Lerchensporn, der schon Ende März an sonnigen Hängen mancherorts in dichten, strahlend lilafarbenen Matten blüht.