Asiens graue Riesen leiden für den Tourismus
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Was Urlauber jedoch unbedingt wissen müssen: Das Leben der Asiatischen Elefanten in Gefangenschaft ist für die meisten Dickhäuter eine Katastrophe. Es beginnt schon damit, dass zahlreiche Babyelefanten illegal in freier Wildbahn gefangen werden, da eine Vermehrung in Gefangenschaft schwierig ist. Mit grausamen Methoden wie Schlagen und Nahrungsentzug werden die Jungtiere dann dazu gebracht, den Menschen als Herrn zu fürchten und zu akzeptieren.
Auch die anschließende Abrichtung für den Tourismus erfolgt unter Gewaltanwendung. Mit Haken und Stöcken werden die Elefanten dann ein Leben lang unter permanenter Kontrolle gehalten. In ihrer „Freizeit“ stehen sie größtenteils angekettet auf Betonboden, oft ohne Kontakt zu Artgenossen. Die Ernährung ist meist einseitig, beispielsweise mit Ananasblättern, und es fehlt an tierärztlicher Betreuung. Reitelefanten müssen mitsamt der unbequemen Reitsättel oft stundenlang bei unerträglicher Hitze in der prallen Sonne auf Touristen warten. Aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen neigen die Tiere zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit. Die reizarme Umgebung, fehlende Beschäftigung sowie Bewegungsmangel führen außerdem schnell zu Verhaltensstörungen. Diese äußern sich zum Beispiel in permanenter Unruhe und stereotypen Bewegungsabläufen wie dem sogenannten „Weben“, bei dem die Dickhäuter ständig den Kopf hin und her wiegen.
Die imposanten grauen Riesen sind nicht nur hinsichtlich ihrer Größe außergewöhnlich. Auch ihre natürlichen Lebensgewohnheiten sind derart speziell, dass eine Haltung in Gefangenschaft nicht ansatzweise art- und verhaltensgerecht sein kann. Ein wildlebender Asiatischer Elefant ist jeden Tag etwa 18 Stunden in Bewegung und frisst dabei bis zu 200 kg frisches Pflanzenmaterial wie Gras, Früchte, Wurzeln, Rinde und Zweige. Der Dickhäuter-Speiseplan ist unglaublich vielfältig und umfasst ca. 180 unterschiedliche Pflanzenarten. Außerdem leben Elefanten in Herden von bis zu 20 Tieren, sind sehr intelligent, sozial und kommunikativ.
Elefanten sind auch keine Haustiere. Anders als Hunde, Rinder, Pferde und Katzen wurden sie nicht domestiziert, also über mindestens 10 Generationen von Menschen gehalten und gezielt gezüchtet. Durch die fehlende Haustierwerdung haben Elefanten nach wie vor das Verhalten von Wildtieren und gelten in Gefangenschaft als gefährlich. Immer wieder kommt es zu spontanen Ausbrüchen oder Angriffen auf Menschen, zum Teil mit tödlichem Ausgang.
Wir bitten alle Asien-Reisenden, die Ausbeutung der Elefanten nicht zu unterstützen. Weder durch einen Ausritt, noch durch den Besuch einer Show oder Farm, wo unnatürlich viele Elefantenbabys als angebliche Waisen zum Kuscheln präsentiert werden. Schon beim Buchen der Reise sollte man einen Anbieter wählen, der ganz bewusst Events mit Elefanten aus seinem Programm gestrichen hat.
Diese alte Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt den Elefantenbullen Harry im Zoologischen Garten Berlin. An der Mauer des Geheges steht: „Vorsicht! Sehr böse“. Es ist traurig, aber auch typisch, dass das nicht den Erwartungen entsprechende Verhalten eines eingesperrten, verzweifelten Wildtieres als „sehr böse“ interpretiert wird.