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Und was ist mit dem Süßkram?
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Und was ist mit dem Süßkram?

Gelatine schmeckt Veganern nicht

Foto: Alexas Fotos/Pixabay
Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine fleischlose Ernährung. Rund 10% der Deutschen (knapp 8 Millionen) haben Fleisch von ihrem Speiseplan gestrichen. 1,3 Millionen Menschen ernähren sich vegan, also rein pflanzlich. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Viele Verbraucher wollen das Leid der Massentierhaltung nicht unterstützen und verzichten deshalb auf Fleisch. Auch der Klimaschutz liegt vielen am Herzen; die weltweite Tierzucht ist für einen Großteil der Treibhausgase verantwortlich. Und nicht zuletzt die eigene Gesundheit bewegt immer mehr Menschen dazu, auf tierische Produkte zu verzichten, denn schon lange ist die gesundheitsfördernde Wirkung einer pflanzlichen Ernährung kein Geheimnis mehr.
Ein Bericht von Jan Peifer

Die Zahl der Vegetarier und Veganer wächst seit Jahren stetig. Längst haben Lebensmittelproduzenten den Trend erkannt, das auf die neue Zielgruppe zugeschnittene Angebot in den Supermärkten und Restaurants wird immer größer. Hartnäckig hält sich dennoch ein Vorurteil: Können Veganer überhaupt noch Süßspeisen essen? Sahne im Kuchen, Gelatine in Gummibärchen oder Eier in Waffeln und Gebäck – die Liste von tierischen Bestandteilen in Süßigkeiten ist lang. Und dennoch braucht man auch als Veganer auf nichts zu verzichten, denn fast alle tierischen Erzeugnisse in Süßigkeiten lassen sich durch pflanzliche Alternativen austauschen. Hierfür ist allerdings ein wenig Beschäftigung mit den Zutaten nötig.

Gelatine beispielsweise wird nicht nur für die Herstellung von Fruchtgummi genutzt, auch in Tortenguss, Gelee oder Bonbons wird sie als Geliermittel eingesetzt. Diese Wirkung wird erreicht, da Gelatine aus dem Bindegewebe von Schweinen und Rindern hergestellt wird. Je nach gewünschtem Ergebnis lässt sich hierfür aber auch pflanzliches Pektin, Kartoffelstärke oder Agar-Agar nutzen, welches aus Algen gewonnen wird.

Ähnlich sieht es beim Einsatz von Eiern aus, die zum Binden etwa von Kuchenteig und bei der Eisherstellung verwendet werden. Beim Kuchenbacken kann Ei oft einfach weggelassen werden. Leicht ersetzen lässt es sich sonst durch Bananen.

Eine halbe reife Banane erzielt die Bindung eines Eies.
Auf Grund solcher Bilder ernähren sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan. Über 95 % des in Deutschland verkauften Fleischs stammt aus der Massentierhaltung. Foto: Jan Peifer
Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 60% enthält fast immer überhaupt keine Milch.

Auch die Schokoladenliebhaber unter den Veganern kommen auf ihre Kosten. Statt der herkömmlichen Milch wird für die Herstellung Pflanzenmilch aus Hafer, Reis oder Mandeln verwendet. Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 60% enthält fast immer überhaupt keine Milch und ist daher „aus Versehen“ vegan.

Dies gilt übrigens auch für viele anderen Süßigkeiten und Knabbereien wie Marzipan, Popcorn oder gebrannte Mandeln (schon aus Kostengründen wird hier meist pflanzliches Öl und nicht Butter für die Herstellung verwendet). Viele auch bei Nichtveganern beliebte Süßigkeiten wie Oreo-Kekse, Mr. Tom-Erdnussriegel oder Neapolitanerwaffeln beinhalten keine Zutaten tierischen Ursprungs. Wer lieber Salziges statt Süß e s naschen möchte, hat ebenfalls eine große Auswahl. Die allermeisten Chips werden in Pflanzenöl gebacken, selbst der „Bacon-Geschmack“ rührt oft nur von Raucharoma her.

Darüber hinaus führen mittlerweile nahezu alle großen Süßwarenkonzerne Produkte in ihrem Sortiment, die explizit Vegetarier und/ oder Veganer ansprechen sollen und entsprechend beworben werden. Ganz egal aus welchem Grund man sich für eine rein pflanzliche Ernährungsweise entscheidet – es war noch nie so einfach wie heute, auch beim Nachtisch.