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Wissenswertes über Elefanten
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Wissenswertes über Elefanten

aktion tier informiert

Freilebender Elefant mit Kalb. Foto: MonikaP/Pixabay
Große Landsäugetiere mit Rüssel, die in der Ordnung der Rüsseltiere zusammengefasst sind, gibt es seit etwa 56 Millionen Jahren. Die früher sehr zahlreichen und verschiedenartigen Vertreter dieser Ordnung waren fast auf der gesamten Erde verbreitet.
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Heute sind nur noch unsere drei Elefanten-Arten übrig: der Afrikanische Savannen- und der Afrikanische Waldelefant sowie der Asiatische Elefant. Ohne Rüssel aber trotzdem mit den Elefanten eng verwandt sind die im Wasser lebenden Seekühe. Und, unglaublich aber wahr: auch der nur kaninchengroße und fast wie ein pummeliges Meerschweinchen aussehende Klippschliefer (Procavia capensis) gehört zur näheren Verwandtschaft.

Fälschlicherweise wird oft behauptet, Elefanten würden von Mammuts abstammen. In Wahrheit handelt es sich bei den Mammuts um eine ausgestorbene ElefantenGattung. Früher lebten in wärmeren Phasen in Europa sowohl Mammuts als auch die ebenfalls von der Erde verschwundenen Europäischen Waldelefanten. Beide sind zwar Verwandte, jedoch keine direkten Vorfahren unserer modernen Elefanten. Sowohl die fossilen als auch die rezenten Elefantengattungen und -arten entwickelten sich durch diverse Mischungen aus einer frühen Stammform, dem in Afrika lebenden Urelefanten Primelephas.

Nahe Verwandte der Elefanten: Seekühe (Sirenia) Foto: Sabo
Auch der Klippschliefer (Procavia capensis) ist mit dem Elefanten verwandt. Foto: Ursula Bauer
Asiatischer Elefant. Foto: aktion tier
Afrikanischer Elefant. Foto: Ursula Bauer
Das während der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren ausgestorbene Wollhaarmammut steht dem Asiatischen Elefanten näher als den beiden afrikanischen Arten. Bild: Ursula Bauer

Lebensweise und Fortpflanzung

Die grauen Riesen ernähren sich rein vegetarisch und verbringen den größten Teil des Tages mit der Nahrungssuche. Elefanten sind sehr sozial und leben meistens in Herdenverbänden: Die weiblichen Tiere zusammen mit dem Nachwuchs und die Bullen in eigenen „Männerherden“. Manchmal leben Bullen, die mit etwa 15 Jahre aus der Mutter-Kind-Gruppe ausgeschlossen werden, auch als Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit kommen männliche und weibliche Elefanten zusammen. Nach einer Tragzeit von 22 Monaten (das sind fast 2 Jahre!) kommt das etwa 130 kg schwere Elefantenkalb zur Welt.

Die Vermehrung in Gefangenschaft ist relativ schwierig. Eine Elefantenkuh wird erst mit 12 bis 20 Jahren geschlechtsreif. Ihre Fruchtbarkeit dauert meistens nur zum 40ten Lebensjahr. Angesichts der Lebenserwartung von bis zu 70 Jahren ist das eine relativ kurze Spanne. Auch wird beileibe nicht jeder Bulle als Paarungspartner akzeptiert. Hinzu kommt, dass Elefantenkühe nur wenige Male im Jahr paarungsbereit sind und diese Bereitschaft von außen nicht zu erkennen ist. Daher müsste ein Elefantenmann täglich mehrere Stunden mit einer Elefantendame zusammen sein, um den geeigneten Zeitpunkt dann auch nutzen zu können. Was schwer umsetzbar ist.

Hier hat es geklappt: Asiatische Elefantenkuh mit ihrem Kalb in einem deutschen Zoo. Foto: Ursula Bauer

Verhängnisvolles Elfenbein

Elfenbein ist seit Jahrtausenden beliebt. Die Stoß- und Eckzähne verschiedener Säugetiere wie Flusspferd, Walross, Pottwal, Narwal, Mammut und Elefant liefern das Zahnbein, das wegen seiner Seltenheit und Schönheit zeitweise teurer als Gold war. Neben Schmuck, Kunstgegenständen und allerlei kostbarem Zierrat wurde Elfenbein in Zeiten des Überangebots aber auch für Klaviertasten, Türgriffe, Knöpfe und Billardkugeln verwendet. Heute werden verstärkt kitschige Touristen-Souvenirs aus diesem ganz besonderen Material gefertigt.

Da Elefanten-Stoßzähne bis zu 3 m lang werden und über 100 kg wiegen können, ist gerade dieses Elfenbein bis heute ein lohnendes Geschäft. Nachdem die europäischen Kolonialmächte in Afrika den vorher gemäßigten und auf Nachhaltigkeit bedachten Elfenbeinhandel übernommen hatten, begann im 19. Jahrhundert ein skrupelloses Abschlachten. Während vor der Kolonialzeit geschätzte 20 Millionen Elefanten auf dem schwarzen Kontinent lebten, waren es 1979 nur noch 1,3 Millionen. Aktuelle Zählungen kommen auf einen Restbestand von etwa 350.000 Exemplaren. Und immer noch soll etwa alle 15 Minuten ein Elefant in Afrika seiner Stoßzähne wegen von Wilderern getötet werden.

Beim Asiatischen Elefanten besitzen nur die Bullen Stoßzähne und hier auch nicht jeder. Durch die Dezimierung der „Elfenbeinträger“ bekamen die zahnlosen Männchen zunehmend besser Chancen, sich fortzupflanzen und die genetische Information „keine Stoßzähne“ weiter zu vererben. Was dazu geführt hat, dass in einigen Regionen die stoßzahnlosen Männchen bereits die Mehrheit bilden. In Sri Lanka beispielsweise sollen die Zahnlosen bereits 90 Prozent des gesamten Elefantenbullen-Bestands ausmachen. Trotzdem sind Asiatische Elefanten sogar stärker gefährdet als ihre afrikanischen Verwandten. Vor allem aufgrund des Verlusts von Lebensraum, denn der Mensch nimmt sich immer mehr Elefantengebiet, um es zu besiedeln oder zu bewirtschaften. Auch die traditionell in Asien stärker als in Afrika verwurzelte „Nutzung“ der Dickhäuter als Arbeitselefanten lässt die wildlebenden Bestände schrumpfen, da viele Elefantenbabys in freier Wildbahn gefangen werden. Seit etwa 4.000 Jahren dienen Elefanten als Reittiere und Lastenträger und wurden sogar zum Kämpfen im Krieg ausgebildet. Heute werden sie vorrangig zur Holzgewinnung und für den Tourismus eingesetzt.

Vom Zoll beschlagnahmte ElfenbeinSouvenirs aus Afrika. Foto: © Ursula Bauer
Elefanten benutzen ihre Stoßzähne als Werkzeug bei der Futtersuche und als Waffe. Foto: © Ursula Bauer
Afrikanischer Elefantenbulle mit schönen Stoßzähnen. Foto: © aktion tier
Zwei stoßzahnlose Asiatische Elefantenkühe beim Schmusen. Foto: © Ursula Bauer

Zwischen 1977 und 1997 waren alle drei rezenten Elefantenarten im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang I gelistet. Sämtliche Tier- und Pflanzenarten des Anhang I sind vom Aussterben bedroht und daher mit einem internationalen Handelsverbot belegt. Dieser Schutz bezieht sich immer sowohl auf das lebendige Individuum als auch auf Produkte daraus. Bei Elefanten sind dies zum Beispiel Gegenstände aus Elfenbein. Ausgenommen vom ElfenbeinVermarktungsverbot sind Antiquitäten aus dem wertvollen Stoff, die ein bestimmtes Alter haben. Da sich die Bestände in Botsuana, Namibia, Südafrika und Simbabwe seit dem Inkrafttreten des Handelsverbots erholt haben, wurden die Elefanten dieser Länder nach Anhang B herabgestuft, was einen regulierten Handel unter bestimmten Voraussetzungen möglich macht. Trotz dieses internationalen Schutzreglements soll aber immer noch etwa alle 15 Minuten ein Elefant in Afrika seiner Stoßzähne wegen von Wilderern getötet werden, und der illegale Handel geht weiter.

Unterschiede zwischen Asiatischem und Afrikanischem Elefanten

Asiatischer Elefant

Schulterhöhe: 2-3,5 Meter
Gewicht: 3-6 Tonnen
Ohren: Eher klein und weiter unten am Kopf angesetzt
Stoßzähne: Nur bei den Bullen ausgeprägt, bei Kühen fehlend oder rudimentär
Rüssel: „Finger“ an der Spitze
Nahrung: Vor allem Gras
Tägl. Nahrungsmenge: 150 kg
Lebenserwartung: 50-60 Jahre
Gefährdungsstatus Stark gefährdet
ca. 45.000 wildlebende Tiere

Afrikanischer Elefant

Schulterhöhe: 3-4 Meter
Gewicht: 4-7 Tonnen
Ohren: Groß, flügelartig und oben am Kopf angesetzt
Stoßzähne: Bei beiden Geschlechter vorhanden
Rüssel: 2 „Finger“ an der Spitze
Nahrung: Vor allem Blätter
Tägl. Nahrungsmenge: 300 kg
Lebenserwartung: 60-70 Jahre
Gefährdungsstatus Gefährdet
ca. 350.000 wildlebende Tiere