Milbenbefall bei Igeln
aktion tier Igelzentrum Niedersachsen
Bei geringem Befall hilft ein Klebestreifen, welcher auf auffällige Hautpartien gedrückt und anschließend unter dem Mikroskop betrachtet werden kann. Bestimmte Milbenarten sitzen allerdings tief in der Haut und können nur durch den Tierarzt mithilfe des tiefen Hautgeschabsels diagnostiziert werden. Auch krustige Hautveränderungen, Schuppen, Stachelverlust und ein starker Juckreiz weisen auf einen Milbenbefall hin. Ähnliche Symptome zeigen sich jedoch auch bei einem Hautpilzbefall.
Milben können Hautpilzerkrankungen übertragen
Da die häufig auf dem Igel anzutreffende Milbe Caparinia tripilis zudem Trichophyton-Arten (Erreger von Hautpilzerkrankungen) übertragen kann, sind die Tiere oftmals sowohl mit Milben als auch mit einem Hautpilz infiziert. Beide Erkrankungen ziehen eine langwierige Behandlung nach sich. Da bei starkem und flächenhaftem Stachelverlust das Tier gegenüber Beutegreifern schlecht geschützt ist, müssen die Tiere meist über eine längere Zeit gepflegt werden. Samson musste also für einige Zeit im Igelzentrum bleiben, bis wieder genug Stacheln nachgewachsen waren, damit er wieder ausreichend geschützt ist.
Ende Mai war dies der Fall, und Samson konnte wieder in die Natur entlassen werden. Er wog zu dem Zeitpunkt schon über 600 g. Vom Milbenbefall war nach zwei Monaten in Pflege nichts mehr zu erkennen.