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Katze gebissen!
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Katze gebissen!

aktion tier Tierheim Zossen, Brandenburg

Immer wieder müssen Straßenkatzen mit Bissverletzungen versorgt werden. Foto: aktion tier Tierheim Zossen
Mitte April erhielten wir über unser Straßenkatzen-Hilfsprojekt „Kitty“ einen Anruf von besorgten Fütterern. Einer der Kater, den wir bereits vor einiger Zeit über das Projekt kastriert hatten, hätte ein verletztes Bein und bräuchte dringend einen Tierarzt. Nach kurzer Rücksprache mit uns wurde das Tier eingefangen und zu uns ins Tierheim Zossen gebracht.
Ein Bericht von Ann Kari Sieme, aktion tier-Geschäftsstelle Berlin

Unsere Tierärztin legte den Kater in Narkose und untersuchte das verletzte Bein sehr gründlich. Schnell musste sie feststellen, dass das komplette Ellenbogengelenk des linken Vorderbeins verdickt war und konnte auch rasch die Ursache dafür finden. Der Kater hatte eine ordentliche Bisswunde am Ellenbogengelenk, welche sich entzündet und einen 1,5 cm-großen Abszess vom Oberarm bis zum Ende des Gelenks verursacht hatte. Nach der erfolgten Erstversorgung blieb die verletzte Samtpfote noch eine Weile bei uns. Die Wunde musste täglich gespült und mit Wundspray versorgt werden. Zusätzlich bekam der arme Kerl ein Schmerzmittel und aufgrund der massiven Gelenksverdickung eine doppelte Antibiose. Leider war der Kater nicht besonders glücklich über seinen Aufenthalt bei uns und noch viel weniger darüber, dass er einen Kragen tragen musste. Dieser war aber unabdingbar. Zunächst mal sollte er keinesfalls an seiner Wunde am Bein lecken können. Zusätzlich ermöglichte uns der Kragen die Wunde täglich zu versorgen, ohne dabei ein ganz großes Risiko einzugehen selbst gebissen zu werden.

Straßenkatzen sind den direkten Kontakt mit dem Menschen nicht gewohnt, bekommen bei Untersuchungen und Ähnlichem regelrecht Panik und können dann durchaus sehr wehrhaft werden.

Hier kann man deutlich vier Bissstellen erkennen. Foto: © aktion tier Tierheim Zossen

Für unsere Mitarbeiter ist die tägliche, tierärztliche Behandlung der verwilderten Straßenkatzen eine Herausforderung. Es erfordert in der Regel zwei geschulte Mitarbeiter, um die jeweilige Behandlung durchzuführen. Ein Mitarbeiter muss die Katze fixieren, während ein weiterer Helfer die Wunden versorgt. Die Behandlung ist zeitintensiv und birgt auch für uns ein Verletzungsrisiko, weil die verängstigten Tiere meist sehr panisch und wehrhaft auf den direkten Kontakt reagieren.

Katzenbisse sollten grundsätzlich bei einem Tierarzt vorgestellt werden.

Das Keimspektrum im Speichel einer Katze ist leider sehr vielförmig. Beim Biss bohrt sich der spitze Zahn der Katze durch die Haut und bringt die Erreger dadurch tief in den Körper des „Opfers“. Die kleine Bissstelle schließt sich in der Regel sehr schnell wieder, darunter brodelt es jedoch, und es bildet sich häufig ein Abszess, der unbedingt antibiotisch versorgt werden muss. Aus diesem Grund sollte auch immer nach dem Gegenbiss gesucht werden, damit auch dieser mitversorgt werden kann. Bei unserem Kater sieht man sehr deutlich vier kleine Bissstellen. Hier mussten wir also nicht lange nach den Gegenbissen suchen. Nun hoffen wir, dass die Wunde schnell wieder verheilt und der Kater schon bald wieder in seiner gewohnten Umgebung freigelassen werden kann.