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Mikroplastik – eine echte Gefahr?
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Mikroplastik – eine echte Gefahr?

Kunststoffteilchen jetzt auch im Fleisch

An Stränden kann man oft jede Menge Kleinplastikteile finden. © Alexandra Pfitzmann
Niederländische Forscher haben im Blut und Fleisch von Rindern und Schweinen winzige Plastikpartikel gefunden. Es wurde Fleisch sowohl aus landwirtschaftlichen Betrieben als auch aus Supermärkten untersucht.
Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

Dass wir auf unserem Planeten ein ernstzunehmendes Problem mit Mikroplastik haben, sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Wer beispielsweise auf Bali in Indonesien Urlaub macht, findet am Strand statt feinen, weißen Sandes teilweise auch völlig vermüllte Strände vor. Oder aber der Sand ist zersetzt von vielen bunten Sprenkeln, die sich bei näherer Betrachtung als kleine Plastikteile herausstellen. Und ganz so weit muss man gar nicht reisen. Auch in Europa finden sich an Stränden jede Menge Plastikteile. Im Meer strudeln ganze Inseln aus Plastik, und kleinste Partikel werden von Fischen aufgenommen, die dann wiederum vom Menschen verzehrt werden.

Mikroplastik wurde nun auch im Fleisch von Rindern gefunden. Bild: © Margrit Baumgärtner/Pixabay
An Stränden kann man oft jede Menge Kleinplastikteile finden. Bild: © Alexandra Pfitzmann
Angespülter Müll am Strand. Bild: © Alexandra Pfitzmann
Mikroplastik gelangt über das Futter ins Tier, dessen Fleisch dann viele Menschen essen. Bild: © Karamo/Pixabay

Mikroplastik findet sich in vielen Alltagsgegenständen wie Duschgel, Shampoo oder Peeling Cremes. Auch in synthetischen Fasern wie Polyester ist Mikroplastik enthalten, und mit jedem Waschgang gelangt es in unser Abwasser und somit auch in die Kläranlagen. Der größte Anteil Mikroplastik entsteht allerdings durch den Abrieb von Autoreifen.

Eine aktuelle Studie aus 2022 konnte Mikroplastik im Fleisch nachweisen.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie 16 Fleisch-, 25 Milch- und 24 Blutproben. Hierbei wurde in drei von vier Fleischproben Kunststoffteilchen gefunden, die 700 Nanometer (o,ooo7 Millimeter) oder größer waren. Bei der Mehrheit der Milchproben konnten keine Verunreinigungen festgestellt werden. Dass aber im Fleisch Mikroplastik nachgewiesen wurde, stimmt bedenklich, da dieses beim Verzehr in unsere Blutbahn gelangt und im Körper verteilt. Hierunter befinden sich dann Stoffe wie Polyethylen (thermoplastischer Kunststoff) und Polystrol (ein transparenter, geschäumt weißer, amorpher oder teilkristalliner Thermoplast). Über die Aufnahme von mit Plastik kontaminiertem Pelletfutter gelangen die Kunststoffpartikel in die Tiere, die wiederum dann vom Menschen gegessen werden. So wurde in einer anderen Studie in der Schweiz Plastik auch in Milch aus dem Supermarkt nachgewiesen.

Inwieweit die aufgenommenen Kleinmengen an Plastik für die menschliche Gesundheit toxikologisch gefährlich ist, ist noch nicht bekannt. Klar ist, dass Mikroplastik menschliche Zellen schädigen können, wie eine Laborstudie im Jahr 2021 bewies. So kann es passieren, dass die kleinen Partikel durch unseren Körper wandern, sich in Organen festsetzen, in Immunzellen vordringen oder sich an Fette und Eiweiße anheften. Was für ein Schaden hierbei aber angerichtet werden kann, ist wissenschaftlich noch nicht belegt.