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Wenn Tiere einfach zurückgelassen werden
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Wenn Tiere einfach zurückgelassen werden

aktion tier vor Ort

Verlassene Mietwohnung. © Ursula Bauer
Immer wieder kommt es vor, dass Menschen sang- und klanglos ihre Wohnungen verlassen, ohne mitzuteilen, wohin sie ziehen. Beispielsweise aufgrund von Mietrückständen. Leider werden dabei oft nicht nur Gegenstände und viel Müll, sondern auch lebende Tiere zurückgelassen.
Ein Bericht von Ursula Bauer,
Geschäftsstelle aktion tier Berlin

Das Foto der vermüllten Mietwohnung entstand 2016, als ein Gerichtsvollzieher in einer verlassenen Wohnung in Berlin-Marzahn eine tote Schlange in einem Terrarium fand. Der Verdacht lag nahe, dass sich noch andere, vielleicht lebende Schlangen vor Ort befanden, unter Umständen sogar giftige Tiere. Deswegen wurden wir um Hilfe gebeten. Leider konnten wir vor Ort zwar weitere Tiere finden, diese waren aber bereits verdurstet und verhungert.

Drei tote Blindschleichen lagen in der Küche. Bild: © aktion tier, U. Bauer

Bis dann ein Räumungsurteil vorliegt und ein Gerichtsvollzieher die verlassene Wohnung endlich offiziell betreten darf, vergeht sehr viel Zeit. Hunde und Katzen machen sich bemerkbar, sodass sie in der Regel rechtzeitig gerettet werden können. Für andere Tiere wie Fische und Reptilien, die still in ihren Aquarien und Terrarien leiden, bedeutet der lange bürokratische Weg jedoch meistens den sicheren Tod.

Um zu verhindern, dass in Wohnungen zurückgelassene Tiere elendig sterben, ist es sehr wichtig, dass Nachbarn, Freunde und Bekannte sich notfalls anonym beim zuständigen Veterinäramt oder bei der Polizei melden, wenn Tierhalter ohne ihre Tiere verschwinden. Die Behörden haben das Recht, die Wohnungen notfalls aufzubrechen, wenn das Leben der Tiere auf dem Spiel steht.