TODSCHICK: So viel Tierleid steckt in unserer Kleidung – Daunen
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Daunen sind besondere Vogelfedern ohne sichtbaren Kiel, die aus weichen, flaumigen, strahlenförmig angeordneten Federästchen bestehen. Durch ihre spezielle „Bauweise“ wird in den Zwischenräumen der Verästelungen viel Luft gespeichert, welche gut isoliert. Erwärmt sich diese Luft durch den Körper, bietet sie einen langanhaltenden Kälteschutz. Daunen sind außerdem atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und temperaturausgleichend. Mit nur 0,001 bis 0,002 Gramm wiegt ein Daunenbällchen fast nichts.
In der Bekleidungsindustrie finden vorrangig Daunen von Hausgänsen und -enten Verwendung, denen meistens zur Stabilisierung ein geringer Anteil kleiner Federn beigefügt wird. Mit diesem Gemisch werden zum Beispiel Bettwaren und Schlafsäcke sowie Bekleidung vor allem für die kalte Jahreszeit gefüllt.


Nicht alle Vögel besitzen Daunen, aber sämtliche Wasservögel sind mit diesen fantastischen Federchen ausgestattet. Sie wachsen am Unterbauch und im Brustbereich unter den stabilen Deckfedern, umhüllen den Vogelköper an seinen empfindlichsten Stellen und halten ihn warm. Derart geschützt kühlen die Tiere während des Fluges nicht aus und können auch im Winter draußen überleben. Daunen funktionieren aber auch umgekehrt und kühlen die Vögel bei Hitze.
Die unempfindlichen Deckfedern schützen die Daunen vor allem vor Nässe, denn so multifunktional die flaumigen Leichtgewichte auch sind – beim Kontakt mit Wasser klumpen sie zusammen und verlieren all ihre guten Eigenschaften. Da Wasservögel einen Großteil ihres Lebens schwimmend, tauchend und gründelnd verbringen, fetten sie ihre Deckfedern mit einem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse ein, so dass sie schön wasserdicht bleiben und alle Feuchtigkeit von den Daunen abhalten.
Vor allem Enten nutzen ihre selbst ausgezupften Daunen auch für ihr Brutgeschäft, indem sie damit ihre Nester polstern, so dass es die Küken warm und kuschelig haben.

Gänse- und Entendaunen im Vergleich
Die Daunen von Hausgänsen sind größer und kräftiger als die von Hausenten. Daher können sie unter anderem besser Wärme speichern. Um zum Beispiel bei zwei Daunenjacken die gleiche Wärmeisolierung zu erreichen, muss man bei der mit Entendaunen-Füllung 10% mehr Daunen verwenden als bei der mit Gänsedaunen. Außerdem sind Daunen von Gänsen bei vergleichbarer Qualität etwas teurer als die von Enten. Bei der Nutzung gibt es jedoch keine Unterschiede.

Die feinen flaumigen Federn von Küken und Jungvögeln werden häufig ebenfalls als Daunen bezeichnen, obwohl es sich um modifizierte Konturfedern handelt. Als Konturfedern bezeichnet man die dachziegelartig am Vogelkörper anliegenden Federn, die unter anderem dessen äußere Gestalt formen.

Entwicklung der Daunennutzung
Schon seit Jahrhunderten werden die Daunen und Federn von Hausenten und -gänsen als Füllmaterial vor allem für Decken und Kissen verwendet. Federbetten galten bis ins 20. Jahrhundert hinein als besonders wertvoll. Die erste Daunendeckenfabrik in Deutschland entstand 1879 in Hannover. Der Firmengründer erfand die später patentierte Daunen-Steppdecke, die wir bis heute kennen und gebrauchen. Durch die meist rauten- oder kastenförmigen Steppung bleiben die Daunen an Ort und Stelle und verklumpen nicht so leicht.
Obwohl in den vergangenen 20 Jahren synthetische Fasern wie Polyester die Nachfrage nach Daunen-Bettwaren zurückgehen ließen, ist das Interesse daran inzwischen wieder groß. So sollen heute 80% der Bettdecken mit Daunen und Federn gefüllt sein.


Hinsichtlich der Nutzung von Daunen für Bekleidung soll der Schneider Eddie Bauer im Jahr 1936 nach einem extrem frostigen Angelausflug eine Jacke mit Kammern versehen und diese mit Gänsedaunen gefüttert haben. Auf dieser Grundlage entstanden unterschiedliche Jacken sowie ganze Anzüge unter anderem für das Militär sowie für Himalaya-Expeditionen.
Ab den 1960er Jahren wurden Daunen-Steppjacken dann immer mehr zum Modethema. Inzwischen hängen in den meisten Kleiderschränken zumindest mit Daunen gefütterte Winterjacken. Daneben liegen aber auch gesteppte Daunenröcke und -hosen für jede Jahreszeit voll im Modetrend.

Bis 1936 wurden Daunen aufgrund ihrer filigranen Textur nur sehr selten und auch nur außen an Bekleidung oder Accessoires verwendet. Hier ein einzigartiges Cape aus Schwanendaunen (um 1800), Modemuseum Schloss Meyenburg.
Tierleid in Daunen – Gewinnung
Lebendrupf
Etwa 10% der weltweit gehandelten Daunen wird auf diese äußerst grausame Weise gewonnen. Betroffen sind fast ausschließlich Gänse. Da wesentlich weniger Gänse als Enten zur Fleischproduktion gehalten werden, lässt sich der Bedarf an deren leistungsstarken Daunen nicht durch das Rupfen der toten Tiere nach der Schlachtung decken.
So kam man auf die schreckliche Idee, den lebenden Vögeln während der Mast mehrmals die Daunen und kleine Federn brutal auszureißen. Dazu werden die Vögel auf den Rücken gedreht und fixiert, um an den Brust-, Hals- und Bauchbereich heranzukommen. Die vor Angst und Schmerz schreienden Gänse erleiden bei dieser Tortur Verletzungen und Blutungen, die nicht einmal fachgerecht versorgt werden.

Der leidvolle und traumatisierende Vorgang des Lebendrupfs ist eigentlich seit 1999 in der gesamten EU verboten. Allerdings soll vor allem in Polen und Ungarn, den Ländern (aus denen das meiste hierzulande verspeiste Gänsefleisch stammt), immer wieder dagegen verstoßen werden. Fast 80% der Daunen und Federn in unseren Bettdecken und Kleidungsstücken kommen aus Ostasien und hier vorrangig aus China, wo Lebendrupf ganz legal ist. Sogar mit Rupfmaschinen, was besonders peinigend ist.
Raufen
Im Gegensatz zum Lebendrupf ist das sogenannte Raufen innerhalb der Mauserzeit in der EU erlaubt. Bei dieser Methode wird gewartet, bis sich das alte Gefieder kurz vor der jährlichen Mauser von alleine lockert und dann mit den Fingern leicht ausgekämmt werden kann. Würde man es vorsichtig und richtig machen, wäre dies eine schonende Art und Weise, um Daunen und Federn zu gewinnen. Allerdings mausern die einzelnen Gänse in einer Haltung zu unterschiedlichen Zeiten, und das Gefieder lockert sich auch nicht gleichzeitig am ganzen Körper. Es wäre sehr zeitaufwändig, die Vögel regelmäßig zu kontrollieren und dann einzelnen Tieren nur diesen oder jenen Bereich zu raufen. Daher ist davon auszugehen, dass in Großbetrieben, die vorgeben zu raufen, tatsächlich auch die noch festen Daunen und Federn herausrupft werden. Außerdem müssen die Gänse auch beim Raufen festgehalten werden, was mit Stress verbunden ist.

Die Mauser
Bei Vögeln wird in regelmäßigen Abständen das abgenutzte Gefieder durch ein neu nachwachsendes ersetzt. Diesen natürlichen, hormongesteuerten Prozess, den sämtliche Vögel einmal im Jahr durchlaufen, nennt man Mauser.
Totrupf
Diese auch als Schlachtrupf bezeichnete Methode erklärt sich von selbst. Doch wer meint, diese Daunen wären tierfreundlich, sollte nicht vergessen, dass die meisten Gänse und Enten zum Zeitpunkt der Schlachtung ein kurzes, qualvolles Leben in der Intensivhaltung hinter sich haben.

Tierleid in Daunen – Stopfleberproduktion
Doppelt grausam ist es, Gänse und teilweise auch Enten lebendig zu rupfen, die in der Stopfmast zur Produktion von Stopfleber gehalten werden. Denn die Stopfmast zählt zu den grausamsten Quälereien, die Menschen Tieren antun. Bis zu 900g schwer kann die auch als Foie Gras bezeichnete Leber werden. Das ist das Zehnfache des Normalgewichts. Stopfleber ist dabei nichts anderes als ein krankhaft vergrößertes, verfettetes Organ.
Normalerweise würden Gänse und Enten niemals so viel fressen, dass sie eine Fettleber bekommen. Daher werden die Tiere mehrmals täglich zwangsgefüttert, indem ihnen ein langes Metallrohr in den Hals eingeführt und mittels eines Holzstabes oder einer Pressluftpumpe bis zu 1,5 kg Mais oder Hafer direkt in den Magen gestopft wird. Beigemischt werden Abfallfette, Gärstoffe und vor allem große Mengen Salz, damit die Tiere viel trinken und die Nahrung im Magen aufquillt.

Als Folge dieser Tortur treten schwere Verletzungen an den Schnäbeln, sowie im Hals und Magenbereich auf, so dass die gemarterten Vögel nach kurzer Zeit nicht mehr selbstständig fressen können. Herz- und Lungenprobleme kommen dazu. Die schnelle Gewichtszunahme innerhalb eines Stopfzeitraums von ungefähr vier Wochen macht die Vögel fast bewegungsunfähig. Der Bauch wird so schwer, dass er kaum noch vom Boden angehoben werden kann.
Das Stopfen von Gänsen und Enten ist in Deutschland schon lange verboten, was den Appetit der Deutschen auf Foie Gras jedoch vor allem zu Weihnachten nicht dämpft. Was andere durch Tierquälerei produziert haben, wird tonnenweise importiert – vor allem aus Frankreich, aber auch aus Ungarn, Bulgarien und Polen.


Tierleid in Daunen – Intensivhaltung
Sowohl beim Lebendrupf als auch beim Raufen und sogar beim Totrupf muss bedacht werden, dass die meisten Hausgänse und -enten sowieso schon in intensiven Haltungssystemen leiden. Dort leben tausende Tiere zusammengepfercht in Ställen ohne Weidegang. Dank Kraftfutter und Wachstumsförderer dauert die „Turbomast“ bis zur Schlachtung nur ca. 12 Wochen. Die schnelle Gewichtszunahme führt zu schmerzhaften Begleiterscheinungen wie Atemnot, Knochenbrüchen und Gelenkentzündungen. Enten und Gänse sind Wasservögel, die offene Wasserflächen zur Befriedigung arteigener Verhaltensweise wie Seihen, Gründeln und Baden benötigen. In der Schnell- und Intensivmast verwehrt man ihnen dieses Badewasser jedoch, was Verhaltensstörungen, verklebte Augen, verdrecktes Gefieder und ein insgesamt gestörtes Wohlbefinden nach sich zieht.
Nicht zu vergessen, dass jede Massenhaltung und Verarbeitung von Nutztieren unter anderem immense Mengen an Wasser und Futter verschlingt sowie Emissionen des Treibhausgases Methan verursacht. Die Fäkalien belasten außerdem Böden und Grundwasser. Für den Anbau von Hochleistungsfutter für schnelles Wachstum werden außerdem große Flächen mit lebensfeindlichen, intensiv gedüngten und gespritzten Monokulturen belegt.
Die bis zu 70 cm große Eiderente (Somateria mollissima) ist eine an das Meer angepasste Wildenten-Art, die hauptsächlich an den kalten, nordischen Küsten zum Beispiel von Grönland, Skandinavien, Russland und Island lebt.
Während die Männchen auffällig schwarz-braun-weiß gefärbt sind, ist das Gefieder der Weibchen in unauffälligen Brauntönen gehalten. Eine gute Tarnung, denn die Enten brüten zum Beispiel aus Island, wo schützende Gehölze kaum vorhanden sind, auf dem Boden in flachen Mulden. Das Nest besteht ausschließlich aus eigenen Daunen, die sich die Weibchen mit ihren Schnäbeln aus dem dichten Brustgefieder streichen. Anders als die Daunen von Hausenten und -gänsen besitzen die sogenannten Eiderdaunen winzige Häkchen, wodurch sie aneinanderhaften und dadurch ihre Wärmeleistung gebündelt und um ein Vielfaches gesteigert wird. Derart verklettet können die flaumigen Daunen nicht so leicht vom Wind davongeweht werden und schützen die Eier sowie später die Küken verlässlich vor der rauen arktischen Witterung.
Eiderdaunen sind das Nonplusultra unter den Daunen. Sie sind superleicht, unglaublich weich und extrem langlebig. Auch bei geringen Füllmengen werden sehr hohe Wärmeleistungen erreicht. Da sich Eiderenten weder zähmen/domestizieren noch in großer Zahl in Gefangenschaft halten lassen, sind die Eiderdaunen rar und müssen sehr arbeits- und zeitintensiv per Hand gesammelt werden. Das macht den Rohstoff wertvoll und teuer. 100 Gramm Gänsedaunen kosten gut 40 Euro, 100 Gramm Eiderdaunen um die 600 Euro und eine damit gefüllte Steppdecke sogar bis zu 10.000 Euro. Ein echter Luxus also.
Kritik
Gleich vorweg – durch das Sammeln der Eiderdaunen werden die Entenweibchen nur kurzzeitig gestört. Viele Farmer sammeln erst, wenn sie die Nester nach dem Ende der Brutzeit verlassen. Andere jedoch möchten nicht warten oder scheuen die Verunreinigungen durch die Küken im Nest. Sie sammeln die Flaumfederchen, bevor die Vögelchen geschlüpft sind. Zu kritisieren ist vor allem die Praxis, das gesamte Nest zu plündern und stattdessen ein aus Heu geformtes Ersatznest unter die Eier in die Mulde zu legen. Heu ist mit Eiderdaunen nicht vergleichbar und würde als einziges Nistmaterial die Überlebenschancen der Jungen deutlich verringern. Es ist anzunehmen, dass die Entenweibchen viel Zeit und Energie aufwenden müssen, um den Verlust auszugleichen. Ein unnötiger zusätzlicher Stressfaktor im ohnehin schon anstrengenden Brutgeschäft.
Daunenbekleidung – viel Chemie, wenig Natur
Nicht nur die Trocknung und der Transport der größtenteils in China produzierten Gänse- und Entendaunen verbrauchen Ressourcen und belasten die Umwelt. Auch bei der Weiterverarbeitung werden umwelt- und teilweise sogar gesundheitsschädliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel verwendet. Vor allem für die Füllung von Outdoor-Bekleidung und Schlafsäcken erhalten die Flaumfederchen meist noch zusätzlich eine Behandlung mit wasserabstoßenden (hydrophoben) Chemikalien, damit sie weniger Feuchtigkeit aufnehmen und schneller trocknen. Oft beinhalten die verwendeten Substanzen PEG (Polyethylenglykol), welches erbgutschädigend und krebserregend sein soll sowie den Kunststoff PET. Beide Stoffe werden aus Erdöl hergestellt, sind also ressourcenintensiv und klimaschädlich.
Am Ende ist auch das mit Daunen gefüllte Kleidungsstück kein Naturprodukt, sondern besteht in den meisten Fällen aus synthetischen Kunstfasern wie Nylon und Polyester. Diese Plastikkleidung verrottet nicht, sondern belastet als Mikrooder Nanoplastik Umwelt und Gesundheit. Gleiches gilt für für die Imprägniersprays und Waschlösungen, mit denen man Daunenbekleidung behandeln muss, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Viele dieser Produkte enthalten gesundheitsschädliche Chemikalien (PFC).
Die Daunen der Eiderente können zwar als tierleidfrei bezeichnet werden, sind für die meisten Menschen jedoch wahrscheinlich unerschwinglich. Daunen von Hausgänsen und -enten ohne Tierleid müssten aus art- und verhaltensgerechter Biohaltung stammen, in der die Vögel nach draußen dürfen und Zugang zu Badewasser haben. Eine Zwangsernährung zur Stopfleberproduktion käme natürlich nicht in Frage und die Tiere dürften auch erst nach der Schlachtung gerupft wurden. Das alles müsste lückenlos veröffentlicht und überprüfbar sein.
Und genau hier liegt das Problem. An der Daune selbst erkennt man die Art der Tierhaltung und Form der Gewinnung nicht. Auch aus den allermeisten Etiketten werden wir nicht schlauer, denn der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass die Zusammensetzung einer Füllung aus Federn, Daunen oder einem Mix aus beiden in Prozent angegeben werden muss. Alle anderen Angaben sind freiwillig und fehlen daher meistens.
Bringen Gütesiegel mehr Tierwohl und Verbrauchersicherheit?
Es gibt inzwischen verschiedene Gütesiegel und Zertifikate, die Verbraucher beruhigen sollen, damit diesen guten Gewissens Daunenbekleidung kaufen. Die meisten Gütesiegel schließen allerdings nur die Stopfmast und den Lebendrupf aus, während die Haltung der Tiere unbeachtet bleibt. Nur sehr wenige, wie beispielsweise der „Responsible Down Standard“ (übersetzt: Verantwortungsvoller Daunenstandard – kurz RDS), wollen eine ethisch einwandfreie Herkunft von Daunen und Federn garantieren. Das bedeutet eine gute Behandlung und Haltung der Tiere vom Schlüpfen bis zur Schlachtung. Das RDS-Logo dürfen nur zertifizierte Produkte tragen, die den Richtlinien entsprechen und Kontrollen ohne Beanstandungen bestehen.

Ob man diesem oder anderen Prädikaten und Zertifikaten oder auch den freiwilligen Richtlinien von verschiedenen Herstellern vertrauen kann, muss jeder selbst entscheiden. Denn am Ende geht es bei Siegeln immer um Vertrauen, da der Verbraucher gar nicht in der Lage ist, die Umsetzung der Maßgaben einzelner Gütesiegel und vor allem deren Kontrollsysteme zu prüfen.


Kunststoff – eine Alternative?
Synthetische Füllstoffe sind vegan und somit frei von Tierleid. Das ist jedoch auch schon der einzige Vorteil im Vergleich zu Daunen. Diese haben laut einer vom International Down and Feather Bureau (IDFB) in Auftrag gegebene Analyse 85% bis 97% geringere Auswirkungen auf die Ressourcen, Ökosystemen, Energiebedarf, Klimawandel und die menschliche Gesundheit als der Kunststoff Polyester, der am häufigsten als Daunenersatz verwendet wird. Selbst wenn es sich um recycelten Kunststoff handelt, der immerhin 1/3 weniger Co2-Emissionen verursacht, ist die Ökobilanz von erdölbasierten Materialien im Vergleich mit Daunen schlechter und somit aus unserer Sicht keine Alternative.

Unsere Empfehlung – Pflanzenfasern!
Wer Tierleid ausschließen möchte, verzichtet am besten auf Produkte mit Daunen und Federn und greift stattdessen zu pflanzlichen Alternativen wie Baumwolle, Bambus, Hanf oder Kapok. Diese Materialien haben meist eine ähnlich gute Wärmedämmung wie Daunen, bringen in der Regel aber mehr Gewicht auf die Waage. Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass die verwendeten Pflanzenfasern aus ökologischem Anbau stammen.

Eine der pflanzlichen Alternativen möchten wir nachfolgend vorstellen.
Kapok – die Pflanzendaune
Der Kapokbaum (Ceiba pentandra) wächst vor allem wild in den Urwäldern Asiens, Süd- und Mittelamerikas ohne Bewässerung, Dünger- oder Spritzmitteleinsatz.
In den etwa 25 cm langen Fruchtkapseln des Baumes liegen kleine schwarze Samen in einem Bett aus cremefarbenen, extrem weichen, seidig-glänzender Fasern. Aufgrund der guten Wärmeisolierung wird Kapok seit über 100 Jahren als Füll- und Dämmmaterial sowie in letzter Zeit auch zur Herstellung von Stoffen und Füllungen von Bettwaren und Kleidung verwendet.



Die Fasern in den von Hand gepflückten Früchten werden weder gewaschen noch chemisch behandelt und sind von Natur aus „Bio“. Co2 wird lediglich beim Transport produziert. Kapokfasern sind von einer dünnen Wachsschicht umgeben, wodurch sie, im Gegensatz zu Daunen, kein Wasser und keinen Schmutz aufnehmen können Füllungen von Decken, Kissen und Matratzen bestehen meist zu 100 % aus Kapok. Da bei Wattierungen von Bekleidung den leicht brechenden Kapokfasern in der Regel Begleitmaterialien beigemischt werden, sollte man beim Kauf darauf achten, dass es sich hierbei nicht um umweltschädliche Chemiefasern, sondern um BioBaumwolle oder Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbt) handelt und auch der verwendete Stoff aus natürlichen Materialien besteht. Nur dann ist das Kleidungsstück umwelt- und ressourcenschonend, ohne Gentechnik, nachhaltig und kompostierbar.

Wir können viel Tierleid verhindern, indem wir maßvoller leben, weniger konsumieren, bewusster einkaufen und bei allem, was wir tun, an unsere Mitgeschöpfe denken!
Die Daunenbroschüre können Sie, so wie unsere vorangegangenen Broschüren, kostenlos bei aktion tier bestellen:
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Alternativ können Sie sich die Broschüre hier herunterladen.
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