Nachmittagsangebot an Berliner Grundschulen
Die Tierschutz-AG geht in die zweite Runde
Ein weiterer Schritt, um nachhaltiges Lernen rund um Tier- und Umweltschutz zu fördern. Die Fortführung der AG ist eine direkte Reaktion auf den großen Zuspruch im letzten Schuljahr: Die Rückmeldungen der Kinder, Lehrkräfte und Eltern waren durchweg positiv. Auch in diesem Jahr richtet sich das Angebot an Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren – also an eine Altersgruppe, in der sich Werte, Haltungen und Verantwortungsbewusstsein besonders gut entwickeln lassen.
In der AG lernen die Kinder spielerisch und praxisnah, was es bedeutet, Tiere mit Respekt zu behandeln und die Umwelt bewusst zu gestalten. Einmal pro Woche treffen wir uns am Nachmittag, um gemeinsam in die Welt des Tierschutzes einzutauchen, mit Gesprächen, Projekten und Aktionen, bei denen die Kinder selbst aktiv werden.
In diesem Schuljahr beschäftigen wir uns unter anderem intensiv mit Wildtieren wie dem Igel oder unseren heimischen Singvögeln.
Gemeinsam überlegen wir, wie wir diesen Tieren helfen können – zum Beispiel, indem wir Laubhaufen im Garten liegen lassen, Igel- oder Vogelhäuser bauen oder Vogelfutter selbst herstellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema „Nutztiere“: Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie leben Kühe, Hühner oder Schweine? Und welche Alternativen zu tierischen Produkten gibt es? Hier möchten wir ein Bewusstsein für die Herkunft unserer Nahrung und die Auswirkungen des eigenen Konsums fördern, und das, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben.

Wenn die Weihnachtszeit näher rückt, nehmen wir uns gemeinsam Zeit für eine wichtige Frage: Wie lässt sich ein Fest, das für Liebe, Mitgefühl und Geborgenheit steht, so gestalten, dass auch Tiere davon profitieren – und nicht darunter leiden? Auch zum Jahreswechsel sammeln wir Ideen für ein tierfreundliches Silvester, etwa durch den bewussten Verzicht auf lautes Feuerwerk oder durch ruhige Alternativen, die sowohl Tiere als auch die Umwelt und Menschen entlasten.
Im neuen Jahr widmen wir uns dem Thema „Haustiere bedeuten Verantwortung“. Die Kinder lernen, was artgerechte Haltung bedeutet, welche Bedürfnisse verschiedene Tiere haben, wie man ihre Körpersprache richtig deutet und was es zu bedenken gilt, bevor man sich ein Tier anschafft. Auch die Frage „Passt ein Haustier wirklich zu unserem Alltag?“ spielt dabei eine wichtige Rolle.
Im Frühling, wenn es draußen wieder summt, krabbelt und blüht, richten wir unseren Blick auf den Garten und das Thema „insektenfreundliches Gärtnern“. Welche Pflanzen bieten Nahrung und Lebensraum? Wie können wir schützen, statt verdrängen? In diesem Zusammenhang ist auch eine gemeinsame Müllsammelaktion geplant, bei der die Kinder ganz konkret Verantwortung übernehmen können.

Zum Abschluss des Schuljahres widmen wir uns einem Thema, das viele Kinder besonders bewegt: dem Artensterben. Wir gehen den Ursachen auf den Grund und entwickeln gemeinsam Ideen, wie wir im Alltag dazu beitragen können, bedrohte Arten zu schützen. Im Mittelpunkt der AG stehen das ganze Jahr über Werte wie Mitgefühl, Verantwortung und Achtung vor allem Leben. Vor allem aber möchten wir den Kindern zeigen, dass ihr Handeln zählt und dass sie etwas bewirken können. Denn wer früh erfährt, dass er wirksam ist, wird auch später mit offenen Augen und einem mitfühlenden Herzen durch die Welt gehen.

An der Elisabeth-Christinen-Grundschule in Berlin-Pankow fand im vergangenen Halbjahr vor den Sommerferien wöchentlich unsere Tierschutz-AG statt.
Ein zentrales Thema der AG war die Einteilung der Tierwelt in die drei Kategorien Wildtiere, Nutztiere und Haustiere. Gemeinsam mit den Kindern haben wir erarbeitet, dass diese Kategorien nicht von Natur aus bestehen, sondern von uns Menschen geschaffen wurden. Besonders spannend fanden die Kinder die Frage, wie aus Wildtieren im Laufe der Zeit unsere heutigen Haustiere entstanden sind. Gleichzeitig lernten sie, wie unterschiedlich unsere Verantwortung gegenüber Tieren aussehen kann – manche sollten wir in ihrer natürlichen Umgebung in Ruhe lassen, um andere wiederum müssen wir uns besonders gut kümmern.
Mit viel Interesse, Mitgefühl und Freude setzen sich die Kinder so jede Woche mit verschiedenen Aspekten des Tierschutzes auseinander. Das Thema „Haustiere“ ist bei den Kindern immer besonders beliebt und sorgt regelmäßig für spannende Gespräche und viele persönliche Geschichten. Viele der Kinder haben selbst ein Haustier oder wünschen sich eines, was das Thema umso relevanter macht. In unserer Tierschutz-AG sprechen wir deshalb ausführlich darüber, welche Verantwortung mit der Haltung eines Haustieres verbunden ist.

Bevor ein Tier bei uns einzieht, sollten wir uns gut überlegen, ob wir ihm wirklich gerecht werden können. Dabei stellen wir gemeinsam Fragen wie:
- Kenne ich die Bedürfnisse meines Wunschhaustiers?
- Habe ich genug Platz, damit sich das Tier wohlfühlt?
- Habe ich genügend Zeit, mich regelmäßig und zuverlässig zu kümmern?
- Kann ich die laufenden Kosten für Futter, Ausstattung und Tierarztbesuche tragen?
- Gibt es in meiner Familie Allergien?
- Ist die Tierhaltung in meiner Wohnung überhaupt erlaubt?
Gerade in der Ferienzeit ist außerdem wichtig: Was passiert mit meinem Haustier, wenn ich verreise? Auch darüber sprechen wir offen, denn leider werden gerade in den Sommermonaten viele Tiere ausgesetzt, wenn sich niemand um sie kümmern kann. Ein Tier aufzunehmen bedeutet, für ein Lebewesen Verantwortung zu übernehmen – oft über viele Jahre hinweg. Es sollte deshalb niemals eine spontane Entscheidung sein.
Genau dieses Bewusstsein möchten wir den Kindern in unserer AG mitgeben.

