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Projekt Junior

Tierschutzunterricht, der Kinder bewegt – und mich auch!

Kreativität trifft Tierschutz: Die Kinder bemalen ihre selbstgebauten Fledermauskästen mit umweltfreundlichen Farben. Foto: © aktion tier
Mit dem Projekt Junior hat aktion tier ein Bildungsangebot geschaffen, das Kindern und Jugendlichen altersgerecht und praxisnah vermittelt, was Tierschutz bedeutet – und wie sie selbst aktiv dazu beitragen können. Der Tierschutzunterricht, der im Rahmen des Projekts an Schulen stattfindet, stößt seit Beginn auf großes Interesse. Zahlreiche Anfragen von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften zeigen, wie groß der Wunsch ist, Tierschutz stärker im Schulalltag zu verankern. Diese Resonanz verdeutlicht, dass in vielen Lehrplänen wichtige Inhalte bislang kaum berücksichtigt werden – eine Lücke, die wir mit Projekt Junior gezielt schließen möchten.
Ein Bericht von Rebecca Klemm,
Tierschutzpädagogin bei aktion tier e.V.

Um diese Lücke zu schließen, bieten wir vielseitige Formate an: Tierschutzunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Projekttage, Ferienprogramme und Ausflüge – zum Beispiel in unser Tierheim in Zossen (Brandenburg). Auf diese Weise ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen altersgerechte Zugänge zum Thema Tierschutz. Sie lernen nicht nur Tiere besser kennen, sondern auch, wie sie durch eigenes Handeln zu einer tierfreundlicheren Welt beitragen können. Wenn ich in eine neue Klasse komme und frage: „Was fällt euch zum Thema Tierschutz ein?“, schnellen die Hände meist sofort in die Höhe. Die Kinder erzählen begeistert von ihren Haustieren, von Begegnungen mit Wildtieren oder davon, dass sie keine Tiere essen möchten. Viele drücken Sorgen aus – etwa über bedrohte Arten oder Tierleid. Diese Offenheit und Empathie berühren mich jedes Mal aufs Neue, und sie sind der Grund, warum ich meine Arbeit so gern mache.

Mir geht es im Unterricht nicht darum, mit dem erhobenen Zeigefinger zu belehren. Stattdessen arbeite ich mit Fragen, echten Geschichten und praktischen Aktionen.

Ich möchte Kindern zeigen, dass Tierschutz nichts Abstraktes ist, sondern Teil ihres Alltags. Dass sie mit ihren Entscheidungen etwas bewirken können – im Alltag, beim Umgang mit Tieren oder beim Einkaufen. Oft merke ich schon während des Unterrichts, wie sich die Perspektive der Kinder verändert.

Hier entstanden sichere Quartiere für Fledermäuse. Foto: © aktion tier
Den Kindern wird genau erklärt, auf was sie beim Fledermauskastenbau achten sollen. Foto: © aktion tier

Sie stellen Fragen, die sie vorher vielleicht nie gestellt hätten:

„Was passiert mit Haustieren, wenn sie keiner mehr haben will?“

„Wie fühlen sich Tiere im Zoo?“

„Leiden Tiere, wenn ich Fleisch esse?“

Solche Gedanken zeigen, dass Kinder bereit sind, sich mit Verantwortung auseinanderzusetzen. Sie wollen verstehen, und sie wollen handeln. Häufig fehlt einfach das nötige Wissen – und genau hier setzt der Tierschutzunterricht an. Wenn wir diese Lücke schließen, verhindern wir, dass Tiere aus Unwissenheit leiden müssen. Und das ist der Kern von Bildung: nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern zum Nachdenken und Mitfühlen anzuregen.

Besonders schön ist es, wenn Kinder aktiv werden: ein Igelhaus bauen, Vogelfutter herstellen oder bei einer Müllsammelaktion mitmachen. Viele nehmen diese Erfahrungen mit nach Hause – und erzählen, dass sie nun auch dort mehr auf Tiere und Umwelt achten wollen.

Die Kinder lernen auch, welche Gefahren im Alltag auf die Igel lauern. Foto: © aktion tier
Die Kinder werden selbst aktiv und bauen einen sicheren Unterschlupf für Igel. Foto: © aktion tier
Foto: © aktion tier
Die fertigen Igelhäuser können nun an einem geschützten Platz aufgestellt werden, und mit etwas Glück zieht schon bald ein Igel ein. Foto: © aktion tier

Für viele Kinder ist der Tierschutzunterricht die erste Gelegenheit, sich aktiv einzubringen. Sie erleben dabei, dass Verantwortung nicht schwer oder lästig sein muss, sondern erfüllend sein kann. Dass sie selbst etwas verändern können. Und dass es sich gut anfühlt, nicht nur zuzusehen, sondern zu handeln.

Tierschutz ist kein Randthema

Es geht um eine grundlegende Haltung: um Respekt gegenüber allem Leben. Ich bin überzeugt, dass wir diese Haltung so früh wie möglich stärken sollten. Denn Kinder sind nicht nur unsere Zukunft – sie prägen unsere Gesellschaft schon heute mit.