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Eine Operation steht an
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Eine Operation steht an

Tipps für Tierbesitzer

Vor der Operation wird das Tier gründlich untersucht. Foto: © Tierarztpraxis Dr. Tina Hölscher
Es ist der Tag, den kein Tierbesitzer erleben möchte. Das Haustier muss operiert werden. Ein stressiger Termin für das Tier und seinen Besitzer. Schon allein der Gedanke daran jagt jedem liebenden Tierhalter einen Schauer über den Rücken. Doch bedauerlicherweise gibt es manchmal keine Alternative. Das Haustier muss einfach operiert werden. Doch Kopf hoch! Auch der Besitzer kann seinen Teil zu einem reibungslosen Ablauf beitragen. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete für gutes Gelingen.
Ein Bericht von Dr. Tina Hölscher,
Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

Tierarzttermine gut planen

Am besten man vereinbart den Operationstermin frühzeitig und klärt vorher alle Fragen mit dem Tierarzt. So kann man sich in Ruhe informieren, was vor und nach der Operation zu beachten ist und wie diese genau abläuft. Am besten man macht sich eine kleine Liste mit den Fragen, die man hat, damit in der Aufregung nichts vergessen wird. Der Operationstermin sollte so gewählt werden, dass der Patient nach der OP ausreichend Ruhe hat.

Fastenperiode einhalten

In der Regel darf das Tier vor der Operation für einige Stunden nicht gefüttert werden, um das Risiko von Erbrechen während der Narkose zu minimieren. Bei Hunden und Katzen sind meist 8–12 Stunden ohne Futter ausreichend. Wasser ist normalerweise bis kurz vor der Narkose erlaubt, aber auch hier gilt es, die genauen Anweisungen des Tierarztes zu befolgen. Kaninchen und andere kleine Heimtiere hingegen dürfen nicht fasten! Ihr Stoffwechsel funktioniert nur ohne Unterbrechung

Gesundheitscheck

Vor der Operation wird das Tier meist gründlich untersucht. Manchmal sind zusätzliche Bluttests notwendig, um sicherzustellen, dass das Haustier die Narkose gut verträgt. Falls der Vierbeiner Medikamente einnimmt, muss mit dem Veterinär abgeklärt werden, ob diese vor der OP abgesetzt werden müssen oder nicht.

Die Transportbox

Die Tiere sollten rutschfest in der Transportbox sitzen können. Fußmatten oder kleine Badezimmerteppiche eignen sich gut als Unterlage, da sie fest auf dem Untergrund aufliegen. Die Box muss stabil und groß genug sein, dass das Tier darinstehen kann. Sie sollte nicht größer sein, sonst fühlt sich der Vierbeiner nicht geborgen. Wird die Kiste zudem mit einem Tuch abgedeckt, sorgt das für Dunkelheit im Inneren und reduziert den Stress für Tiere, die ansonsten nur die Wohnung kennen. Im Winter darf dann ruhig auch eine dicke Decke über die Transportkiste gelegt werden, damit keine Zugluft entsteht.

Manchmal ist eine Operation auch beimTier unumgänglich. Foto: © Tierarztpraxis Dr. Tina Hölscher

Nach manchen Operationen müssen die Patienten einen sogenannten Body tragen. Sind sie dies nicht gewohnt, machen sie unter Umständen keinen Schritt mit dieser für sie neuartigen Bekleidung. Bewegt sich das Tier nach der OP kaum, weiß man dann nicht, liegt es am Anzug oder an der Operation selbst. Deshalb ist es eine gute Idee, die Vierbeiner schon im Vorfeld daran zu gewöhnen. Der Tierbesitzer sollte den Überzug seinem Liebling einfach in den Wochen vor der OP einige Male anziehen und das Tier für ein paar Stunden an das Bekleidungsstück gewöhnen. So kann man zudem überprüfen, ob der Body wirklich gut passt.

Stress vermeiden

Leichter gesagt als getan. Aber wenn möglich sollte der Vierbeiner nicht merken, dass eine OP ansteht. Ganz normale Alltagsroutine ist angesagt. Besondere Leckerli im Vorfeld oder außerordentliche Aktivitäten sind tabu. Um den Patienten an die Transportkiste zu gewöhnen, kann man das Tier in den Tagen vor der OP in der betreffenden Box füttern. So gewöhnt es sich an die Kiste und diese wird in der Gedankenwelt des OP-Kandidaten mit einem freudigen Ereignis in Verbindung gebracht. Zudem gibt es im Fachhandel Duftstoffe zu kaufen, so genannte Pheromone, mit denen diese Boxen eingenebelt werden können, um für das Tier eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen.

Der Tag X ist gekommen

Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren. Eine frühzeitige Anreise sorgt dafür, dass keine Hektik entsteht. Ein gelassenes Umfeld trägt zur Entspannung bei. Überbordende Abschiedsszenen verunsichern das Tier. Hunden müssen sich vorher auf einer Spazierrunde erleichtern dürfen. Katzen, die ansonsten Freigang haben, haben kurz vor der Operation Hausarrest, damit sie auch sicher zum Termin daheim sind. Besonders für sie gilt: Die Transportbox muss stabil und intakt sein. Aus halb defekten, fast schon ausgedienten Klapperkisten, brechen die Samtpfoten aus. Passiert das im Auto oder auf der Straße vor der Tierarztpraxis, ist die Not groß.

Kastration eines Rüden. Foto: © Tierarztpraxis Dr. Tina Hölscher

Nach der Operation

Nach dem Eingriff braucht das Haustier vor allem Ruhe. Übertriebene Fürsorge nervt den Patienten und trägt nicht zur Genesung bei. Die Anweisungen des Tierarztes bezüglich Medikamentengabe, Wundkontrollen und Nachsorgen sollten genau befolgt werden. Bei Anzeichen von Schmerzen, Übelkeit oder Unruhe im Zweifelsfall lieber nochmal in der Tierarztpraxis nachfragen, ob die Symptomatik im Bereich des Normalen ist. 

Die Tiermedizin versorgt unsere geliebten Haustiere im Rahmen von Operationen heutzutage auf einem Niveau, das dem der Operationen von Menschen gleicht kommt. Daher treten auch in aller Regel keine Komplikationen auf.

Mit Hilfe der genannten Tipps können Tierbesitzer zudem das ihrige dazu beitragen, dass alles glatt verläuft.