In der Wurst lauert der Tod
Skandale in der Lebensmittelindustrie
Was erwartet ein Verbraucher, wenn er 1 Liter Milch für unter 1Euro oder Wurst für 59 Cent kauft? Wenn er denkt, dass er ein hochwertiges Produkt kauft, das frei von Keimen, Chemie und Tierquälerei ist, dann ist er entweder unglaublich naiv oder realitätsfremd. Klar ist eines, bei solchen Preisen kann etwas nicht stimmen.
Jeder würde bei einem Neuwagen oder einem Fertighaus für 2.000 Euro sehr stutzig werden, bei tierischen Produkten im Cent-Bereich macht sich offenbar kaum einer Gedanken darum, woher die Wurst, Milch oder Eier überhaupt kommen.
Da darf man sich dann aber auch nicht wundern, wenn verunreinigte Lebensmittel im Handel auftauchen.
Fotos aus der Wurstfabrik Wilke in Hessen zeigten Schimmel und verdorbene Wurst. Die Mitarbeiter waren gehalten den Schimmel wegzuschneiden und die Produkte neu zu verpacken. Nachweislich sind jetzt zwei Menschen an verdorbener Wurst von Wilke gestorben. Die Firma hat Insolvenz angemeldet und die Mitarbeiter entlassen. Und wer jetzt denkt, bei Bio kann das nicht passieren, der irrt. Wilke war nicht nur Bio zertifiziert, sondern hat auch recht viel Bio-Wurst verkauft. Na dann, guten Appetit.
Die Milch macht’s schon lange nicht mehr
Auch bei der guten Milch gab es Probleme. Der DMK Deutsches Milchkontor, einer der größten Molkereien Deutschlands, hat Milch zurückgerufen. Es seien Wasserkeime in die Milch gekommen. Tödlich sollen sie nicht sein, aber Durchfall und Magenkrämpfe können sie auslösen. Die Milch wurde vor allem an deutsche Discounter und eigene Marken von bekannten Supermarktketten geliefert. Die Milch macht’s? Es müsste wohl besser heißen, die Milch macht krank. Das sind nur zwei Fälle denken Sie jetzt? Doch diese „Einzelfälle“ reihen sich ein in eine lange Kette ein, und längst kann man eben nicht mehr nur von bedauerlichen Einzelfällen sprechen.